Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 176
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gOAAAt EEEAKlOEiÜKAI

Herren stehenden Sklaven am wenigsten Veranlassung hatten
zu entlaufen und in Asylen Schutz zu suchen. Dagegen konnte
es denselben, wenn sie Reissig und sparsam waren, nicht
schwer fallen, durch Loskauf die Freiheit zu erhalten. Höchst-
wahrscheinlich aber wurde vielen von ihnen die Erlaubniss,
ein Geschäft auf eigene Hand zu betreiben, auf Grund einer
gegenseitigen Übereinkunft ertheilt, welche dem Sklaven nach
der ratenweisen Abzahlung einer bestimmten Summe oder
nach Ablauf einer gewissen Zeit oder nach dem Tode des
Herren, der sich dadurch eine lebenslängliche Rente sicherte,
die Freiheit verbürgte. Diese Sklaven nahmen also eine Zwh
schenstufe ein zwischen den Haus- und Fabriksklaven und
den Freigelassenen. Daher überträgt Demosthenes (g. Phil.
1 36) den Ausdruck ot x^P^ o^xoOvTa;, der eigentlich die
Vorstufe bezeichnet, auf die Freigelassenen. Aus diesen Ver-
hältnissen ist eine Stelle in der Schrift 'AOvjvxtMv ToTaTstx Kap.
1 zu erklären, die, in den HSS. verderbt und von den Heraus-
gebern vielfach missverstanden, von Heindorf im Wesent-
lichen gewiss richtig so hergestellt worden ist : 3s ToO*
TO OxugX^SL, OTt SMGX TO'j; 3o6^0U; Tpocpxv KUTolh (in Athen)
XKt, gSyx'XoTpSTM; &XtTXc(^ SVLOU; , XXL TOUTO yVMgY] <?KVS?SV
KV TOLOOVTS;* 07T0U yxp VXUTLX7] 3uVX[jd$ STTLV , X7t0
XVXyXY] TO?; XV^pXTO^OH ^OO^SUS^, tVX Xxp.6xVMU.SV MV XV TpXTT*^
Tx; xTO(popx;, xxt sXsuOspou; x^LsvxL. Die letzten Worte können,
wie mir Heindorf richtig erkannt zu haben scheint, nur von
der yimnwmssio verstanden werden; diese wird als die natür-
liche Folge der den Sklaven gegebenen Möglichkeit Vermögen
zu erwerben hingestellt.
Gegen die hier vorgetragene Erklärung der Verzeichnisse
geweihter Schalen kann ein kleines Fragment ('E<p. xpx- 2190)
zu sprechen scheinen, welches in der Fassung von den übrigen
abweicht, ln diesem Stück nemlich steht der Name des Bür-
gers im Nominativ, der des Nichtbürgers im Accusativ; xTo-
<puyMv fehlt; z. B.
üoXuCTpXTO; HoXuCTpXT(ou) 'E^
tx(7]<p)lcto; iMctxv ysMoyov sv
'IoXK7T^(3Mv) OLXo(u)vTX* <pnxX(?l) H.
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