Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 177
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indess liegt hier unzweifelhaft nur eine ungeschickte Re-
daktion vor, welche den Schein hervorruft, als ob der Frei-
lasser die Schale geweiht habe. Die Inschrift ist sehr nach
lässig eingegraben und wimmelt von Fehlern; die auf der
andern Seite desselben Steins eingegrabene Liste ('E<p.
2191) ist von Fehlern frei und hat die gewöhnliche Fassung.
Da die Schatzmeister der Athene die Schalen der Freige-
lassenen haben einschmelzen lassen, so müssen dieselben sie
auch in Verwahrung gehabt haben. Daraus ist zu schliessen,
dass die Verzeichnisse der Schalen von den Schatzmeistern
der Athene zusammengestellt und veröffentlicht worden sind.
Es scheint in Athen Gesetz oder wenigstens festes Her-
kommen gewesen zu sein, dass die Freigelassenen der Stadt-
göttin eine silberne Schale weihten. Die erhaltenen Fragmente
der Verzeichnisse der Schalen sind;, soweit sich nachkommen
lässt; auf oder in der nächsten Umgebung des Burgfelsens
gefunden. Was die Zeit anlangt, so gehören diese Stücke den
letzten Jahrzehnten des vierten, zum Theil vielleicht auch
dem dritten Jahrhundert an.
ULRICH KÖHLER.

M i s c e 11 e .
Inschrift aus Thelpusa.
Die Lage des arkadischen Thelpusa wird durch die Anga-
ben, welche Pausanias (VHI 25) über den Unterlauf des La-
donflusses giebt, ausser jeden Zweifel gesetzt. Er erwähnt am
Einfluss des Ladon in den Alpheios die Kopxxow von
da aufwärts die Thutoa, welche beim sogenannten Pedion in
den Ladon sich ergiesst, und zwischen Heraia und Thelpusa
die Grenze bildet. Curtius (Peloponnes i 369) erkennt darin
den Langadi-Fluss, der bei Rhenesi vorüberfliesst. Jenseits
desselben nennt Pausanias auf dem linken Ufer des Ladon
die Heiligthümer des Apollon Onkaiates und der Demeter
Erinys, das letztere als unmittelbar vor Thelpusa gelegen.
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