Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE CHARITEN DER AKROPOLIS

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nach dessen ausdrücklichem Zeugnisse, der sie in topogra-
phischer Folge beschreibt, nachdem er die Pinakothek ver-
lassen hat, XXT& T7;v KUV/iV TV)V et; also
innerhalb der Propyläen seihst. Dass der Bau der letzteren
nicht geschehen konnte ohne eingreifende Localveränderun-
gen der hier vor den äitern Thoren augesiedelten Culte ist
einleuchtend. Auf dem später vom Südilügel der Propyläen
eingenommnen Raume und dessen nächster Umgebung müs-
sen wir uns den Hermes, die Chariten und die Artemis-He-
kate ursprünglich lacalisirt denken, als Gottheiten die vor den
Thoren verehrt werden. * Von einem vorperikleischen Mar-
morthorhaue haben sich eben hier die Reste erhalten und
davor die Spuren eines grossem von Marmorumfassung ein-
geschlossnen Bezirks der dem Baue des Südllügels zum Opfer
gefallen ist, ohne Zweifel die ältere Stätte jener Heiligthü-
mer.2 Ja seihst die Athena-Nike wird ursprünglich hier ihren
Altar gehabt haben; denn es ist nicht glaublich, dass zu der
Zeit als der Pyrgos noch wirklich ein Befestigüngsthurm, ein
vorgeschobner fester Punkt zur Deckung des von unten her-
aufführenden Zugangs war, irgend eine Cultstätte sich hier
befand. Auch hat sich der Pyrgos ehedem gewiss mehr ge-
sondert von dem zurückliegenden Plateau und dass er noch

* Auch die Chariten kommen mehrmals gerade am Eingänge, vor grosssern
Heiligthümern vor: so beim Argivischen Heraion im Pronaos (Paus. H, 17, 3),
so in Erythrai im Freien vor dem Eingänge des Potiastempels (Paus. 7, 5, 9).
2 Die auf dem Piaue bei Ross Arch. Aufs, f mit x—z bezeichneten Reste
gehoerten weder einem «Flüget oder Nebengebäude" (Ross) noch einer «Basis«
(Michaetis) an; z ist nichts andres ats die Marmorverkleidung der Polygon-
mauer, dieselbe wie in dem andern Stücke dieser Mauer jenseits des Eckes der
neuen Propytäen. Wichtig aber ist das hieran im rechten Winkel sich schties-
sende Stück y—z das nicht der Wand eines Gebäudes angehoeren kann aber
wot der Umfriedigung eines heiligen Bezirkes; es hegt nemtich auf dem Pi-
räussteinfundamente dersetbe Marmorbatken quadratischen Durchschnitts der
vor der Marmorbekleidung der Mauer entlang läuft; wie die Stosshäche an der
Seite zeigt setzte er sich fort, vorne und oben dagegen ist er ganz gtatt gear-
beitet, die Rückseite scheint indess an etwas angestossen zu haben; leider ist
der Raum dahinter noch mit Trümmern bedeckt und nicht zu untersuchen.
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