Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE CHARITEN DER AKROPOLIS

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sanias erwähnte mystische Cult der Chariten bezog sich ohne
Zweifel auf diese Verbindung. Die Monumente kommen uns
in erwünschter Weise zu Hülfe. Artemis-Hekate —denn dies
war der oflicielle Name der besprochnen Göttin wie die In-
schrift CM 1, 208 lehrt die nach der richtgen Ergänzung
von Robert (a. a. 0.) einen gemeinsamen Schatz des 'Ep]go3
x.xt ['Ejxx-TTi; nennt; daraus erklärt sich auch,
warum Tansanias nur Hekate, die Sesselinschrift Artemis
nennt, indem sie doch dieselbe Göttin meinen; der compo-
nirte Götternamen ist zu vergleichen mit Athena-Hygieia,
Hera-Eileithyia, Artemis-Eileithyia, Aphrodite-Peitho, Arte-
mis-Peitlio, Poseidon-Erechtheus, Ge-Themis, Athena-The-
mis, Helios-Dionysos und endlich Demeter-Kore die neben
Demeter allein vorkömmt in der Inschrift über den Verkauf
der Priesterthümer in Erythrai (Moucetov eoxyy. sv
1 875 106, 22). Diese Artemis-Hekate also ist uns
bekanntlich in zahireichen Darstellungen als die dreigestal-
tige Göttin erhalten und nicht selten finden w ir unten um
die drei Gestalten drei andere Mädchen in dem bekannten
typischen Reigentänze. Was schon von Andern* vermuthet
ward dürfen wir mit Gewissheit aussprechen, dass wir hier
nicht die Horen, sondern ursprünglich die Chariten und spe-
ciell die der Akropolis vor Augen haben; nur sie stehen mit
Hekate in so enger Verbindung und für sie ist der Reigentanz

ster zu beziehen ist wurde schon von A. Müller Phitot. XXUt, 491 bemerkt.
Der Beiname <paja?6.po; ist jedoch für jene Goettin des Pyrgos durch die Bei-
schrift eines Piombo sicher (Benndorf Beitr. S. 68). — Für die Beziehung der
Artemis zu den Chariten ist nicht zu verwerthen was Wachsmuth Athen S. 137
nach Jahn Europa S. 37 anführt über die xoupEtü-tt;; denn es Hegt sicher eine
Verwechstung vor wenn bei Pott. 8, 107 und in der einen Version im Etym.
M. s. v. yag^Xta das Opfer auf den Tag der xoupEtÜTt; gesetzt wird und das
Richtige ist was am tetztern Orte fotgt mit ot os tpac't yap.7)Xtav Quotav ^9uov
iot; B^p-diat; ot Et; *cou; ^v(6oo; EyYpa<pop.Evot xa't p^XXoviE; yaptstv* ^ytvETO 3s t)
Ouota "Hpa xal 'Atppoot-c^ xa't Xaptot ( vg). auch s. v. yaptvjXta) wonach ge-
wiss dies Opfer den Gametien und dem Gametion angehoert (A. Monnnsen
Heort. 344) und mit Artemis nichts zu thun hat.
* Jahn Europa S. 37 Anm. 9.
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