Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 194
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DIE CIIAH1TEN DER AKROPOLIS

der ursprüngliche Typus. Indess sind auch die Hekateia
weitaus zum grössten Theile athenischer Herkunft^ aus der
Stadt und dem Piräus und einige andere scheinen einfach
daher importirt, so eines aus CorftiA das auch von Penteli-
schem Marmor ist, eines aus Argos^ ebenfalls Pentelisch und
bis ins Einzelne mit Attischen Exemplaren stimmend, eines
aus Salamis (Theseion n° 172 Kekule)^. Alle gehen trotz
zahlreicher kleinen Differenzen unverkennbar auf ein Origi-
nal zurück,^ das sich aus den bessern Exemplaren als ein der
letzten Periode archaischer Kunst angehöriges Werk zu erken-
nen gieht. Daher die strenge Haltung., die Fältelung des Ge-
wandes während von halbfreien Stilelementen z. B. die chara-
cteristischen, in den bessern Exemplaren sich gleichmässig wie-
derholenden Querfältchcn die das Kniee etwas heraustreten
machen dem Originale anzugehören scheinen. Die Tracht woll-
ner Unterchiton mit ganz kurzen Oberärmeln, darüber dorischer
über dem Ueberschlage gegürteter Chiton ist vorzugsweise ganz
jungen Mädchen eigen. Von dem Originale der auf dem Pyrgos
verehrten Artemis Hekate wissen wir durch Pausanias dass es
von Alkamenes war; wir gewinnen hier eine neue Bestätigung
dafür dass ein Alkamenes., gleichviel oh wir einen ältern Riva-
len des Phidias von einem gleichnamigen Schüler trennen oder
nicht;, noch in alterthümlichen Stile gearbeitet hat,, wie der
Westgiebel des Olympischen Zeus-Tempels bereits zeigte.

* Interessant auch durch den wohlerhaltnen Abschluss des SäuIenschafteA
aut dem wie aut einem Altäre zahtreiche Früchte gebildet sind. Im Privat-
besitz.
2 Dasetbst in der Demarchie befindtich, jedoch nicht wie bei Le Bas Inscr,
d'Argol. 109 a angegeben wird zu einer ebendort Vorhandnen Basis mit Wei-
hung an Artemis gehoerig.
2 In Hermenform jedoch auch in Sparta, von localer doch später Arbeit
(Mittheil II, 323).
* Die meisten sind ohne Attribute, mit gesenkten Armen das Gewand fas-
send; oder die eine oder andere legt eine Hand auf die Brust (mit Frucht ?);
oder eine hält eine grosse Fackel und zu dieser koemmt mitunter ein neben
ihr sitzender aufblickender Hund. Ausser etwa einer Schale kommen nie an-
dere Attribute vor.
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