Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE CHARITEN DER AKROPOLIS

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mis-Hekate aufs nächste verwandt war ist bekannt. Interes-
sant in dieser und andrer Hinsicht ist eine Yotivsäule* die
unterhalb des obigen Fundorts am llissos hei den neuen Thea-
tern gefunden wurde und auf dem uncannelirten Schafte fol-
gen de Inschrift zeigt:
] A E ! e Y A )
(MAoYMENH
AM<t>iMAXoY
TYNHANEOHKE
EPAPXEBtA^
! E P E ) A ^
Darüber auf dem runden Abacus: E Y K o A ) N H.
Das Letztere wird sonst als Beiname der Hekate angeführt.
Dass diese Hileithya, wie sie mit dem offenbar altern Namen
genannt wird den wir auch von zwei Vaseninschriften des fünf-
ten Jahrhunderts kennen (Eh'ü? ceiTmtetyr. I, 64 und 65 A bei-
demaleHtbEtOVA), eben die sv "AypK$ ist, ist ohne Zweifel.
Auf sie ging offenbar auch eine andere Eigenschaft der He-
kate, nemlich die als xöupoTpo<po$ über (vgl. scAoL nd ArA^opA.
nesp. 804). Denn zusammen mit jener Votivsäule wurden
vier Marmorstatuen von Mädchen im Alter von 3 — 6 Jahren
gefunden 3. Kein Zweifel dass dies Votive an die Göttin in je-

* Aus dem Cultusministerium im Centralmuseum. Mymettischer Marmor;
Durchmesser 0,1t, des Abacus 0,17. Oben in der Mitte Rest eines eisernen
Zapfens.
2 Die zwei kleineren kauern am Boden in den für die Kinder im Alterthume
so betiebten Motiven; die zwei andern stehen, die eine mit einem Kaninchen,
die andre mit einer Taube auf dem 1. Arme. Alte viere sind in krauswoüigen
langen Chiton gekteidet. Die Arbeit ist verschieden, doch nirgends aeiter ais
etwa drittes Jahrhundert. —Auch die nicht wengen Kinderstatuen hier be-
sonders von Knaben die beim Asktepieion gefunden wurden waren ohne Zwei-
fel Votive. So tritt innerhalb Griecheniands auch die Kinderbüdnerei spaeterer
Zeiten fast durchweg im Zusammenhänge mit der Religion auf.

3IITTH. D. ARCH. INST. III.

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