Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 199
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DIE CHARITEN DER AKROPOLIS

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S. 58 in Rovigo und das unten beschriebne aus Megara) das
mittlere Mädchen zum Unterschiede von den andern nur den
dorischen Chiton; dasselbe Avird auch Avie dort mehrmals
noch cn /hce dargestellt (Relief zu Rovigo und das zu Galli-
poli das NeAvton beschreibt).
Indem Avir den Ursprung dieser Reliefs in den bei der Akro-
polis angesiedelten Gülten suchen, lassen Avir uns Aon den
hier gefundnen Monumenten leiten. Als Uebergang von den
alten nur die Chariten darstellenden Reliefs linden Avir diese
im Stile des vierten Jahrhunderts mit Hermes vereint der
ihren Tanz anftihrt in einem Relieffragmente das am Südab-
hange zu Tage gekommen ist. Dasselbe, nur unten und oben
einfach eingefasst, an den Seiten ohne Ränder, zeigt Hermes
im Chiton und Petasos links voranschreitend, der sich um-
sehend mit der L. die Chariten führt, von denen nur die vor-
dere (im Chiton und Mantel) erhalten ist. Ein auf der Burg
selbst gefundnes Fragment (im Museum daselbst) zeigt den
verlornen Theil des v-origen, nemlich die beiden andern Mäd-
chen, die mittlere Avieder im blossen dorischen Chiton, die
letzte den 1. Arm unter dem Mantel einstützend, ein Motiv
das an Stelle des Gewandanfassens der archaischen Compo-
sition tritt und auch in den folgenden Reliefs typisch bleibt
für das letzte der Mädchen. Die beiden Fragmente sind sich
auffallend ähnlich, gehören jedoch verschiednen Exemplaren
an*. Dieselbe Composition nun linden Avir in den sog. Nym-
phenreliefs, nur dass sie hier zu Pan in Beziehung gesetzt
Avird und das Ganze eine Art landschaftlichen Hintergrund
erhält. Der locale Ausgangspunkt hiefür, den wir suchen müs-
sen, ist kein andrer als die Akropolis und die durch den
bärtgen Kopf repräsentirte Quelle keine andre als die Klepsy-
dra unter der Burg, über welcher oben in der Höhlung des
Felsens Pan mit der Syrinx sitzt, während der Steinhaufen

i Das zuietzt beschriebne war mindestens 0,04 Locher und ist von bessrer
Arbeit. Das erstre ist 0,28 hoch; untrer Rand 0,023, obrer 0,03; es ist nicht
unter den von F. v. Duhn beschriebnen Rctiefs.
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