Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE CHARITEN DER AKROPOLIS

oder Felsblock vornen, der später hie und da zu einem Al-
tare* umgebildet wird;, ursprünglich die Felsecke bedeutete.,
um die herumbiegend man von dem Cultorte der Chariten zu
Pans grosser Höhle gelangte. Dass Pan hiermit den Chariten
verbunden wird; darf uns nicht wundern, indem er in eini-
gen Monumenten auch der Artemis-Hekate nahe tritt^.—Am
vollständigsten unter den bei der Akropolis selbst gefundnen
Exemplaren ist das Worsleysche Relief (Michaelis a. a. 0. A),
das zugleich das älteste zu sein scheint. Nur der linke Theil,
Pan und Hermes sind erhalten in einem nach Pittakis unter
der Pansgrotte gefundnen Relief (Heydemann Marmorb. n°
533). Natürlich wurden indess nicht immer alle Elemente
der vollständigen Composition wiederholt. So zeigt ein hei
den Propyläen gefundnes Fragment (Michaelis a. 0. B.) nur
Pan links und direct ohne Hermes die vordre der Chariten,
verhüllt wie auf dem Worsleyschen und Megarischen Relief.
Eine andre Variante zeigt das Relief der Akropolis hei Schöne
Gr. Rel. n° 118, Hermes mit Füllhorn und der Wassergott
nicht nur mit Stierhörnern sondern auch Stierleih.
Die einmal festgestellte und beliebt gewordne Composition
ward nun aber an andern verwandten Cultstätten, obwol für
die Chariten der Burg nun einfach die Nymphen eintraten,
die mit Hermes und Pan ja überall zusammengebracht wur-
den, unverändert wiederholt. So unten am Ilissos, so in der
Höhle am Parnes^, so endlich im Piräus (Schöne Gr. Rel.

i Ein ausgeführter Rundattar ist es auf dem gleich zu erwaehnenden Relief
aus Megara; Altar auch auf dem in GaRipoIi nach Newton Arch. Anz. 1854, 512.
s Ein in Cataio befindliches Hekateion (Denkm. a. Kunst U, 892) zeigt ihn
als Beigabe angebracht, aehnlich wie auf einem andern, aus Athen stammenden
(bei Le Bas Mon. hg. 112, 3), wo indess wieder die schreitenden Chariten
mit allen Attributen der Hekate setbst erscheinen, obwol diese durch die drei-
koepfige Herme schon vertreten war. Zu vergleichen ist auch Heydemann Mar-
morbildw. n. 554 wo die wie scheint um einen runden Kern tanzenden Maed-
chen von Pan geführt werden (aufder Akropolis, von mirjedoch nicht gesehen).
3 Die Composition bewahrt hier noch ganz die ursprüngliche Form; am
naechsten koemmt ihm das Exemplar zu Rovigo unbekannten Fundorts (Schoene
a. 0. S. 58).
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