Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE AUSGRABUNGEN VON OLYMPIA

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sehen Kronion und Zeustempel, und endlich diejenigen im
Südosten des Kronion,
i. Dm Dm/Yen hn dc.s* Aronmn. Verlängert man
sich die Südlinie des Kronionfusses westwärts bis zum Kla-
deos, so fällt unmittelbar südlich von dieser Linie das um-
fangreichste Bauwerk, welches bisher überhaupt in der Altis
gefunden ist, von quadratischer Anlage mit 67 Mr. Seiten-
länge. Der nur in den drei unteren Schichten erhaltenen Um-
fassungsmauer * sind angelagert nach innen zimmerartige
Räume, an der Ostseite 6, an der Nordseite (wenigstens) 3,
welche theils durch Thüren theils durch ionische Säulenstel-
lungen nach der Mitte des Bezirks sich öffnen, wo ihnen eine
wahrscheinlich an allen vier Seiten entlang laufende dorische
Säulenstellung (mit 0,50 U. D. und 20 Cannelüren) vorge-
baut war, die den weiten unbedeckt gelassenen quadratischen
Mittelraum umschloss. Die Erhaltung des Ganzen ist eine un-
gewöhnlich gute, von den Säulen noch überall Basen und
unterste Trommel m &DM, die zugehörigen Schafte sind in
den meisten Fällen noch gefunden wie sie gestürtzt waren.
In der nördlichen Umfassungsmauer befindet sich der 2,80
breite, jetzt völlig schmucklose Haupteingang; durch ihn
trat man in eine Halle, welche (wahrscheinlich) 9 ionische
Säulen (von 0,50 U. D. und 24 Cannelüren) gegen den do-
rischen Säulengang öffneten. Von den Räumlichkeiten an der
Ostseite muss das nördlichste Gemach, dessen Eingang zwei
ionische Säulen schmücken, sacrale Bestimmung gehabt ha-
ben; genau in der Axe der Säulen steht in der Mitte des
Raums eine fast quadratische, reich ornamentirte Basis aus
Mergelkalk (u auf der Beilage), vermuthlich zu einem Altar
gehörig. Der südwärts folgende, übrigens leere Raum wird
durch 5 ionische Säulen nach innen geöffnet. An der Südwest-
ecke der Umfassungsmauer ist ein schmaler Nebenausgang,

* Das Baumaterial ist hier, und im Folgenden überalt, wo nicht das Gegen-
theit bemerkt wird, das auch beim Zeustempel und beim Heraion verwendete
M uschelcongtomerat.
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