Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 211
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DIE AUSGRABUNGEN VON OLYMPIA

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Eck des Heraion sind die Fundamente vom Rundbau des Phi-
lippeion*, zwei concentrische Ringe, beide aus zwei gut ge-
fügten Quaderschichten bestehend von 15, resp. 8 Mr. Durch-
messer, der Unterhau für das Pteron und die Cellamauer.
Alles andere haben die Byzantiner bereits abgeräumt, welche
die in Segmentform geschnittenen Stufen aus weissem Marmor
grossentheils als Pflaster für die Kirche verwandt haben. Die
übrigen Bauglieder fanden sich meist eingefügt in mittelalter-
liches Mauerwerk, womit auch dieses Stück der Altis über-
zogen ist. Das Pteron war, wie sich jetzt zeigt, gebildet aus
18 Säulen ionischer, nicht korinthischer Ordnung mit 0,62
UD. Auch die zugehörigen Architravblöcke, Friese, Zahn-
schnitte,sammt der mit zierlichen Löwenköpfen besetzten weis-
sen Marmorsima von 19 Cent. Höhe, Kasettenblöcke für die
in kunstvollem Rhombenmuster gebildete Decke, Architrav-
blöcke für die Cellawand, nebst Quadern für die letztere haben
sich mit grosser Vollständigkeit zusammengefunden. Von der
oTUTTi TrXEQo^ aber, woraus nach Paus. V 20, 10 das Gebäude
bestand, keine Spur, dagegen die reich ornamentirten Mar-
morhathra, welche einst des Leochares' Goldelfenbeinbilder
getragen haben.
H. Bmden Säd/M&s des Kronzon. Bei Paus. VI 19, 1, wo
er die Lage des Heraion zum Kronion bespricht, heisst es:
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XKT& VOTOU (ls KUT'?j; TXp'^XEL TO KpoVLOV* ETt T(XOT7]^ T'/]$ Xp'/]7T?-
§6; s^v oi 67]TxupoL Diese Stelle, um derentwillen Leake in
den Pekzpo/z/rrszaca seine in den Tz'nue/s o/ Norcn aufgestellten
Ansichten über die Disposition des Nordens der Altis ändern
zu müssen glaubte, hatte auch mit der Entdeckung des Hera-
tempels noch keine Erklärung gefunden; erst bei Beginn des
3. Arbeitsjahres fand sich, dass der unmittelbar nördlich vom

* Paus. V 20, 9 o'Ay)p.a. xEpttpsps; ovopLOt^dpLEVov <IhXtnnnov* ^nt xoputp^ od ECTt
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