Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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ME AUSGRABUNGEN VON OLfMPIA

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auf (U,08 zusammenschrumpft, sondern nach der Bearbeitung
und Ungleichheit des Baumaterials namentlich an der Süd-
seite, nirgends sichtbar gewesen sein kann. Wir erhalten
somit ebenso wie heim sog. Theseion* in Athen einen Tem-
pel mit 3 Stufen. Bei der Südostecke des Tempels nun sind
an der Ostfront drei Marmorhathra römischer Zeit bereits auf
die zweite Stufe gesetzt, aber mit einem Fundamentblock, so
dass hei Errichtung der Basis die zweite Stufe nicht mehr
sichtbar war. An der Südseite hingegen ist die 2. Stufe offen
geblieben, denn für 3 Bathra, welche aus dem 1. Jahrhundert
n. Chr. herrühren oder aus dem Anfang des 2. (A. Z. n.
99.1002), um} welche vor den ersten Intercolumnien der Süd-
seite stehen, dient die dritte Stufe als Unterlage.
Die Säulen des Pteron tragen mit Ausnahme derjenigen auf
der Nordseite in etwa 2,00 Höhe an ihrer Aussenseite Ver-
tiefungen, in die nach den vorhandenen Dübellöchern einst
Anatheme oder Urkundentafeln eingesetzt waren. Diese Bet-
tungen werden nun an den beiden ersten und beiden letzten
Säulen der Südseite zahlreicher, und je 3 — 4 nach der Seite
des Intercolumniums angebracht, ln gleicher Weise sind die
besonders angesetzten Zwischenstufen vorhanden für den Pro-
naos im 1. Intercolumniumder Südseite, für den Opisthodom
in dem letzten der Nordseite, und dementsprechend auch für
die Südseite wohl einst vorhanden gewesen. Da aber diese
Zwischenstufen sowohl als jene Tafeln an dem mittleren In-
tercolumnium der Ostfront fehlen, ergibt sich, dass wenigstens
in späterer Zeit der Zugang zum Tempel von der südlichen
Langseite, nicht von der Ostfront her stattfand. Dass von
Anfang an dieser Südeingang bestanden, geht daraus keines-

* Am Theseion befindet sich unter den beiden Marmorstufen eine solche aus
Poros (vergt. Guriitt, Aiter d. Bildwerke u. Bauzeit d. sog. Theseion 89),
aber eben dieser Wechsel im Material beweist, dass hiermit das Fundament
beginnt.
2 Die Inschriften sind citirt nach ihren Nummern in der Archäologischen
Zeitung.
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MITTH. D. AUCH. INST. IH.
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