Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE AUSGRABUNGEN VON OLYMPIA

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Tempels zu verfolgen, so dass dieselbe eine Gesammtliinge von
142 Mr. erreicht. Die südliche Einfassung der Strasse* dage-
gen, welche in ihrem westlichen Theil etwa 10 Mr. Breite
hat, wird markirt durch 5 in gleichmässigen Abständen ne-
ben einander gestellte grosse oblonge Sandsteinbathren (A),
südlich vom Opisthodom des Tempels. Breite und Richtung
der Strasse längs der Südseite des Tempels, zusammen mit
der Thoranlage, lassen es unzweifelhaft erscheinen, dass wir
es hier mit einem der Hauptwege der Aitis zu thun haben.
Wenn so das grosse mit Batliren dicht besetzte Terrain im
SO. des Zeustempels (Mittheil. 11 162 f.) gegen Süden abge-
schlossen wird, ist es gegen Osten umgränzt durch eine zweite
Strasse, welche gegenüber der Westfront des Tempels läuft,
in ihrer Richtung bestimmt durch die nördliche Fortsetzung
der eben erwähnten Terrassenmauer, östlich von weicher eine
starke Terrainsenkung eintritt, und durch eine gute alte Was-
serleitung aus Muschelkalk. In der Nähe der Basis der Ere-
trier wendet sie sich nordwestwärts, um in die Gegend zwi-
schen Zeustempel, Metroon und Heraion zu führen, in wei-
cher die grosse Altargruppe zu suchen ist.
Von letzterer sind bis jetzt zwei grössere Anlagen gefunden:
40 Mr. nördlich von Säule 5 und 6 der Nordseite des Xeus-
tempels bei G eine in 2 Schichten erhaltene Muschelstein-
mauer 8,00 1. nach NNO. gerichtet und dann rechtwinklig
umbiegend, welche von einer 1 Mr. hohen, durch starke
Kohlenreste intensiv schwarzen und mit massenhaften Yo-
tivthieren aus Bronze und Terracotta durchsetzten Erdschicht
umgeben ist und eine ebensolche einschliesst, eine Erschei-
nung, die nur dadurch sich erklärt, dass hier einer der bei-
den grossen Aschenaltäre getroffen ist. Ein zweiter Altar (#),
der, soweit er erhalten, aufgedeckt ist, liegt 15 Mr. östlich

* Eine sonst offen laufende Wasserteitnng wird bei i durch 2 oblonge Reser-
voirs geführt, das erste mit dem Abfluss in der Hoehe des Einflusses, das zweite
mit dem Abfluss in der Tiefe, von wo aus sie unter der Terrassenmauer hervor-
kommt und mit dicken Thonpfatten zugedeckt die Strasse schneidet.
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