Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE AUSGRABUNGEN VON OLYMPIA

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Zu erhallen. Ein Brunnenhaus muss auch schon vor Herodes
Atticusi hier gewesen sein, denn der von der Exedra kom-
mende ostwärts führende Wasserkanal aus Muschelstein ist
älter als die Exedra; ein ebensolcher führt auch westwärts
hinter dem Heraion entlang, doch ist hier ein mit der
Exedra verbundener Kanal aus Backstein ihm vorgebaut
worden.
Spärlicher vertheilt als im Norden waren die Altäre auf
der Ostseite des Zeustempels, wo ausser demjenigen an der
Tempelkrepis nur südlich von der grossen Segmentbasis eine
besser erhaltene Anlage aus grauem Sandstein (p) gefunden
ist. Sie erhebt sich auf einer 0,24 h., 0,20 br. Stufe und
misst 2,75 an der Schmalseite, 3,40 an der Langseite. Wei-
ter gegen SO. und zwar zerschlagen und vermauert in der By-
zantinischen Ostmauer (Fundort bei und um sind die bei-
den Inschriften A. Z. n. 10,11 gefunden 2. Bei ihrer Heraus-
gabe hat Dittenberger bereits daraufhingewiesen, wie die
Anordnung derselben der Altarinschrift des Mummius in The-
spiae (Keil SyBoye mscr. BoeoL XVH! S. 80) entspricht. N. 11
ist jetzt vervollständigt:

* Nach der !nschrilt auf dem ins Reservoir gestürzten Marmorstier: 'P?]-
-yiXXa Mpaot Ai^ipo; vo uSmo xai va nep't *ro uotup TM AR ist die Wasserleitung
im Namen der Regilla erbaut worden, welche die Eleer zur Priesferin gemacht
hatten, ein Ehrenamt, das in Pausanias' Zeit regelmässig wechselte (Vt 20,9)
und offenbar dazu benutzt wurde, angesehenen Frauen den Zutritt zu den Spie-
len zu ermoeglichen. Die Errichtung der hei Lucian de morte peregr. 19 und 20
erwähnten Wasserleitung fällt wie jetzt aus den tnschrifthathren der Exedra-
iiguren ersichtlich ist, noch unter Antoninus Pius, die Eroeffnung wohl in die
Olympiadenfeier von 157. Die Exedra und die damit verbundene Wasserleitung
zu nennen war für Pausanias, obwohl er sie bereits vollendet gesehen hat,
keine Veranlassung, denn weder hatte er Interesse für die in der Halle auf-
gestellten Marmorfiguren, noch pilegt er sonst derartiger Nutzbauten zu ge-
denken.
2 In der Nähe derselben sind noch gefunden: A. Z. n. 12 auf einen Verwand-
ten des Mummius bezüglich, ferner die Inschrift zu einer Statue des Mummius,
die von den Eleern errichtet war, und Theile von einem umfangreichen Bathron,
das die Statuen des Mummius und der ihm beigegebenen Deccmvirn trug (A.
Z. n. 131 iL).
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