Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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ZUR GESCHICHTE DES ATHENISCHEN THEATERS

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Die Fassung weicht von der gewöhnlichen der sonst bekann-
ten Inschriften ab, indem statt der siegreichen Pbyle und
dem Didaskalos zwei Dichter und Schauspieler genannt sind.
Augenscheinlich trug das Denkmal zwei Siegespreise, den
der Komödie und den der Tragödie; der Umstand aber, dass
Dichter und Schauspieler, nicht Phyle und Didaskalos ge-
nannt sind, ist daraus zu erklären, dass die aufgeführten
Stücke ohne Chor waren. Es ergieht sich daraus, dass die
Preisdreifüsse, welche ursprünglich dem Choregen des sieg-
reichen Chores für seine Phyle ertheilt worden waren, spä-
ter auch dann verliehen wurden, wenn in dem Agon kein
Chor aufgetreten war. Man hat bemerkt, dass der zur Hälfte
weggehrochene Name des Archonten nur in NLxoxoxT-/]; (OL
111, 4. 33*^2 v. Ch.) oder in'Avx^xpxTvn(01. 118, 2. 30'/§
v. Ch.) ergänzt werden könne und hat geglaubt sich für den
ersteren entscheiden zu müssen, weil der in der Inschrift als
Agonothet genannte Xenokles in einer Seeurkunde aus dem
J. 325 (Böckh Seeurkunden S. 441. 442) vorkommt und weil
nach einem der Tractate ^spt xmgm^ix; (111 b. Bergk) der
Dichter Philemon vor der 113. Olympiade (328 — 325 v. Ch.)
begann Stücke aufführen zu lassen. Aber keines dieser beiden
Argumente ist zwingender Natur. Wenn Xenokles in den
zwanziger Jahren im mittleren Lebensalter stand, so konnte
er sehr wohl im J. 306 die Agonothesie bekleiden*. Ich be-

* Mit mehr Grund als die im Text erwaehnte Securkunde haette zum Beweis
dafür, dass die Agonothesie des Xenokles in das J. 333 zu setzen sei, eine gvm-
nasiarcliische Inschrift der Phyle Akamantis aus dem J. Ol. 108, 3. 346 v. Ch.
angeführt werden koenncn, in welcher Xenokles als Gvmnasiarch genannt ist
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