Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 259
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Weihinschrift aus Marathon.

Im Jahre 1803, berichtet Leake (Demen von Attika., übers,
von Westermann S.72), riss die Strömung des marathonischen
Flusses., der den grössten Theil des Jahres hindurch trocken
liegt und bei plötzlichen und anhaltenden Herbstregen an-
schwillt, einige Häuser des Dorfes Seferi weg und vernichtete
weiter unten in der grossen Ebene Heerden und Getreidefel-
der. In ähnlicher Weise trat der Fluss im Winter 187^/g in
der grossen Ebene über seine ziemlich hohen Ffer. Dass er liier
im Laufe der Zeit sogar sein Bett geändert, konnte auch schon
früher angenommen werden. Ein in Folge der jüngsten Über-
schwemmung gemachter Fund hat die eben berührte Thatsa-
che zur Evidenz bewiesen.
Ungefähr 25 Minuten unterhalb Bei (Seferi ist nur noch in
Trümmern vorhanden) engt sich das Flussbett zwischen bröck-
lichen Erdwänden ein. Diese Stelle mit der nächsten Umge-
bung wird ((Diavolaki)) (auch i Goritzäs tu Chrysulai)) genannt
und liegt nördlich von der Gegend Plasi, etwa eine Viertel-
stunde nordöstlich vom Soros (s. die Karte von Marathon Mit-
th. I Taf. IV, auf welcher unweit der beschriebenen Stelle die
Ruinen einer Kapelle verzeichnet sind). Hier zeigte der Di-
march von Marathon am 13. Sept. d. J. als etwa 10 Tage vor-
her gefunden mir und meinem Reisebegleiter einen vierecki-
gen Block aus pentelischem Marmor (Länge 0,71, Breite 0,66,
Dicke oder Höhe 0,32 M.), welcher so bearbeitet ist, dass alle
vier Schmalseiten frei gestanden haben, die über-und Unter-
Bäche aber eingebaut gewesen sein müssen. Es ist der Stein
darum wohl für ein Mittelglied eines aus mehreren Stücken
aufgebauten Postaments zu halten. Auf dem obersten Stück
stand nach dem Inhalt der Inschrift zu vermuthen ein Drei-
fuss oder eine Bildsäule des Dionysos.
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