Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 262
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WEIIHNSCHMFT AUS MAHATHON

TsTpxTro'XeY; At,o-
xvsQscxv*
Aucx^tx^ KxXAtou TpLx-
opu<7to<; '/]px,sv* tepoiroto^
<&xvo^<i)po$ MxpxQtovto^
MsXx[^]ü)7ro$ TpLxopuato^
$[xC?]vox'X'/i^ OivXL0$
"Av*r^pXT7]$ np0§xXL<7!.0;.
Nach dem Schriftcharakter scheint mir die Inschrift in die er"
ste Hälfte des vierten Jahrhunderts v. Chr. zu fallen. Beson-
ders fällt das Schwanken beim N in den Abweichungen hei
dem Worte xvsQscxv und in vip/sv ins Auge; nur an diesen 3
Stellen ßnden wir die vielleicht gesuchte Alterthümlichkeit.
Der Name des vierten teoo-nxno^ gibt einen zweiten Anhalt für
die chronologische Bestimmung, denn der Probalisier Antikra-
tes kehrt in einer anderen datirten Inschrift C. 7. G. I 177 wie-
der. Diese aus Athen stammende Inschrift lautet in ihrem
Haupttheil: 'AvTuxpxv/]; Aucxvtou IIpo6x)ä?[!.o$] Qscgo9si"^Tx; svA
Ky)<pK?o<pK>v-r[o$] xo^oviro^ xvs07]xsv. Die Identität des hier als Sohn
des Lysanias bezeichneten Antikrates mit dem unserer Inschrift
darf als sicher gelten. Kephisophons Archontat fällt 01. 112,
4. 329/g y. ehr. in diesem Jahre sehen wir also den Antikrates
in einem bereits vorgerückteren Alter das Amt eines Thesmo-
theten bekleiden. Leider fehlt es uns an Mitteln, durch Ver-
gleichung mit Anderen seine Staatscarriere genauer zu ver-
folgen. Doch können wir unbedenklich annehmen, dass er das
Amt als tepo-oLo$ seines Demos als Mitgliedes der Tetrapolis
als noch junger Mann bekleidete, der erst bedeutend später zu
den höheren politischen Aemtern des attischen Staates gelangte.
Immerhin kann ein Zwischenraum von zwanzig bis dreissig
ja mehr Jahren zwischen seinen beiden Aemtern liegen, es ist
darum erlaubt und wegen der Alterthümlichkeiten unserer In-
schrift auch gerathen, dieselbe bis etwa 360 v. Chr. zurück
zu datiren.
Die Erklärung der Inschrift bietet keine Schwierigkeiten dar,
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