Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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WEHIINSCHMFT AUS MARATHON

nicht mit historischer Sicherheit sondern nur in Vermuthun-
gen der Forscher des Aiterthums überliefert ist, deren Grund
und Grundlosigkeit in den meisten Fällen offen zu Tage liegt
blieben die hier wie anderswo z. B. in Böotien mit den poli-
tischen verknüpften religiösen Verbände unangetastet. Doch
versteht es sich von selbst, dass die Umänderung der staatli-
chen Verhältnisse im Laufe der Zeit nicht ohne Einftuss auf
das Fortbestehen und das Wesen der Cultgenossenschaften
blieb. Die Stabilität der im Wesentlichen unverrückbaren Sank-
tionen derselben sowie die natürlichen Verhältnisse der ver-
schiedenen Landestheile sind mit Heranziehung der allgemei-
nen geschichtlichen Verhältnisse die einzigen Mittel, in der
Vorgeschichte des attischen Landes und namentlich seiner De-
inen zu positiveren Resultaten zu gelangen. Die Vergleichung
mit analogen Entwicklungen in anderen Staaten kann hierund
da neue Gesichtspunkte eröffnen, Stammesverwandtschaft und
ähnliche territoriale Verhältnisse lassen einander entsprechende
Formen vermuthen.
Die Befugnisse des Archonten der Tetrapolis, der uns hier
zum ersten Male in einer Urkunde entgegen tritt, erstreckten
sich wahrscheinlich nicht über die Grenzen der marathoni-
schen Demen hinaus. Die Hieropoien, die auch in der oben
herangezogenen Aixoneerinschrift in der Vierzahl erscheinen,
sind als die namentlich mit den Anordnungen für das Opfer
wahrscheinlich aber auch mit manchem Anderen beauftragten
Neben-oder Unterbeamten des Archon der Tetrapolis aufzu-
fassen. Ihre Namen erscheinen wahrscheinlich in der ofbciel-
len Reihenfolge der Demen, welche in jedem Jahre eine andere
gewesen sein kann.
H. G. LÖLLING.


* Vgl. Schoemann, die Verfassungsgeschichte Athens S. !5.
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