Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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RELIEF AUS ARGOS

nias in seiner Pertegese neben den zahlreichen Werken sehr
hoher Alterthümlichkeit keines aus der sog. guten Zeit her-
vorhebt.
Ich füge schliesslich noch die Bemerkung hinzu, dass unter
den übrigen Landschaften des Peloponnes abgesehen von Ar-
kadien und Messenien namentlich Achaia sehr stark von At-
tischer Kunst beeinflusst wurde, wie dies hauptsächlich lite-
rarische Quellen, doch auch Monumente zeigen*, und glaube
als Ergehniss dieser Betrachtungen hinstellen zu können, dass
unsre schriftlichen Nachrichten über Kunst im Peloponnese
von noch vorhandnen Denkmälern darin bestätigt und erwei-
tert werden, dass dort gerade in der Zeit vom Peloponnesi-
schen Kriege bis Alexander eben nur eine selbständige Kunst-
schule, die von Argos existirte, deren Wirksamkeit, so aus-
gedehnt sie im Ganzen war, doch gerade in Folge ihres streng
festgehaltnen Schulcharakters gewisse Beschränkungen zeigte,
namentlich im Gebiete der Götterbildung, die wir oben an der
Hand der von uns veröffentlichten Monumente beleuchteten
und die vor allem geeignet sein mussten, der Attischen Kunst
einen weitreichenden Einfluss in den meisten Landschaften des
Peloponneses zu bahnen.
ADOLF FURTWÄNGLEB.

beste Jas a. a. 0. S. 415 n. 252 beschriebne, einen sitzenden Mann mit fast
idealen Zeusartigen Zügen darsteUend; es gehoert sicher noch dem dritten Jahr-
hundert an, was bestaetigt wird durch die Inschrift, die auf der obern genau
anpassenden Haelfte des Reiiefs—'mit einem feingearbeiteten Giebelabschiusse—-
steht: TAPAXAIPE; diese Haeifte, von den Verfassern des citirten Cataloges
übersehen, befindet sich in demseiben Museum zu Sparta.
' Vor Allem sind zu nennen einige Fragmente in Patras (an einem Hause
eingemauert), die voellig Attischen Grabreliefs aus der ersten Haeifte vierten
Jatirh. anzugehoeren scheinen (Dienerin mit Saeugting auf dem Arm, Frau mit
verschleiertem Hinterkopfe u. s. w.).
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