Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 309
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1878/0335
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
DIE ANTIKEN SCULPTUREN AUS BOEOTIEN

309

cjiel es bedeckt während der linke frei bleibt. An der 1. Seite
des Körpers dagegen neben dem 1. Beine hängt es frei herab;
doch ist der Contur des 1. Beines innerhalb des Gewandes zu
verfolgen. Vorn und hinten berührt der Band des Gewandes
beinahe die Piinthe indem er eine nach unten ausgebogne Li-
nie bildet, an der 1. Nebenseite dagegen laufen drei schmale,
nach unten sich verbreiternde Falten herab, welche 0,10 über
der Piinthe in einem etwas aufgebognen Rand endigen. Wohl
hauptsächlich des weichen Materials wegen ist dieser Theil
nicht frei unterarbeitet sondern eine schräg nach innen abge-
schnittne Masse stehen gelassen; dasselbe ist auch innen zwi-
schen den Füssen geschehen.
Zwischen den Beinen geht an der Vorder-und Rückseite der
Statue eine grade Faltenmasse herab.
Gute archaische Arbeit, die gradlinigen Falten sind mit fei-
nem Gefühl belebt.

b. Grabreliefs.

Grabstete des Dermys und Kitytos ans Tanagra.
Tan agra, M. H. 2,00, B. unten 0,54, oben 0,48, D. 0,41. Höhe der Figuren 1,47.
Grösste Reiieferhebung 0,27. Geibiich-brauner Tuff.
Durch die Mitte der Steie geht ein Bruch^ die Gesichter sind so zerstört, dass von
Augen Nase und Mund nichts mehr zu erkennen ist. Auch sonst ist das Reiief
mehrfach beschädigt. Dasseibe hat nach der Aussage des Kustoden ais Seitenwand
eines späteren Grabes, und zwar mit der glatten Rückseite nach innen gekehrt,
gedient '.
Beschrieben von Robert, Arch. Zeit. VIII (1875) S. 150 f. mit einem Facsimiie der
Inschrift 2; Kumanudis und Stamatakis 'AQtjvatov II S. 404. Die Inschrift auch
bei Kaibei, Epigr. gr. n. 484.
Oben auf der Steie ist ein niedriger (0,05 h.) quadratischer (0,27) Aufsatz ange-
bracht mit einem im Profii dreieckigen, in der Richtung der Frontseite der Steie

* Nach Kumanudis, 'AOrpatov Hi. S. 165 und iV S. 301 Anm. waren aile in
Tanagra gefundnen Grabreiiefs entweder ats Decket oder ais Seitenwände spä-
terer Gräber verwendet.
^ 2 per Name des Dermys ist dort irrthümlich ais von oben nach unten geschrie-
ben wiedergegeben.
loading ...