Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 313
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DiE ANTIKEN SCULPTUREN AUS BOEOTIEN

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tig wiedergegeben und mit besondrer Zierlichkeit sind Hand
und Füsse gearbeitet; erstere freilich ist noch etwas krampf-
haft geschlossen.
Die Falten des Mantels der zweiten Figur sind scharf ein-
geschnitten und verlaufen fast gradlinig schräg nach oben. Die
Abstände derselben voneinander sind ungleich, auch hat der
Künstler versucht durch ftache Aushöhlungen die glatten Flä-
chen zwischen den Hauptfalten zu beleben und den Stoff na-
turwahrer zur Darstellung zu bringen.Zu bemerken ist endlich,
dass an der ganzen rechten Seite des Reliefs und am linken
Contur des 1. Reines eine dort breitere, hier schmalere Furche
herunter geht, um diese flacher gehaltne Seite mehr vom
Grunde abzuheben.
6. Fragment einer Grabstele.
Theben. M. 177 (Provenienzangabe fehlt). H. 0,25, B. 0,27, D. 0,05. Kalkstein.
Oben unvollständig. Unten ein vorspringender Rand, dessen linke Seite erhalten ist.

Erhalten sind nur die (unbekleideten) Beine bis oberhalb
der Wade eines nach 1. gewandten stehenden Mannes. Beide
Füsse ruhen mit der ganzen Sohle auf, die Zehen sind nicht
angegeben.
Etwas derbe Arbeit.

Grabstele des Agasiuos aus Korseia.
Aussen in der Südwand der Kirche des Klosters Hag. Georgios bei Malesina
eingemauert. Gefunden an einem Cheliadü genannten Orte, der Begräbnisstätte
des alten Korseia, in der Nähe des Dorfes Proskynä.
H. 0,48, B. 0,59, D, 0,15. Relieferhebung 0,01—0,015. Pentelischer Marmor.
Beschr. von Girard, Bnll. de corr. hellen. H S. 588 mit einem Facsimile der
Inschrift auf Taf. XXVI, 20.
Abgebildet auf Taf. XVI^.
Das Relief ist seitlich von zwei schmalen (0,015 br.), wenig hervortretenden Rän-
dern eingefasst. Deren innere Seiten stossen jedoch nicht rechtwinklig mit dem
Reliefgrund zusammen, sondern dieser ist an den Seiten allmählig aufgebogen (wie
an der Aristion-Stele und mehreren Stelenfragmenten in Athen). Den Abschluss
nach oben bildet ein profilirter Gesimsstreifen, auf welchem noch deutliche Spuren
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