Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 319
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ME ANTIKEN SCULPTUREN AUS DOEOTIEN

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kantig gebildet. Das Gewand fallt vorn am Unterschenkel in
einer geraden Linie herab., welche mit der etwas geschwung-
nen des Oberschenkels in einem scharfen Winkel zusammen -
trifft. Unten zieht es sich unmittelher über dem Spann schräg
herab. Nur eine vertical längs des Stuhlbeins verlaufende
Falte ist angegeben.
Die Haltung der Figur., namentlich die der Arme mit den
Attributen ist steif. Das Ganze macht den Eindruck eines Wer-
kes lokaler Kunstübung, deren Eigenthümlichkeit nicht so-
wohl in einem bestimmt ausgeprägten Stil als vielmehr in dem
Mangel eines solchen, in einer gewissen Unbehülllichkeit be-
steht und welche sehr wohl hinter dem allgemeinen Stande
der gleichzeitigen Konst etwas zurückgeblieben sein kann.
Ueher die Deutung des Reliefs s. am Schluss.
H. Entwickelte und späte Kunst.
Grabreliefs aus griechischer Zeit.

At). Erimokastro (Thespiae). In der Südwand der Kirche des Hag. Chara-
tampos eingemauert. H. 1 m. B. 0,82, Retieferhebung 0,03. Kaikstein.
Unten, links und oben unvollstaendig.
Ungenügende Abbitdung bei Stacketberg, Graeber der HeHenen Taf. II, 1 (die
Verhaettnisse der Darstellung sind durchaus fatsch wiedergegeben, ebenso die tek-
tonische Form des Monuments: sicher unrichtig ist der zum Theii als erhalten
angegebne obere Abschluss; auch die Form des unteren, jetzt ebenfalls fehlenden
Theils erregt starke Bedenken. Ohne Zweifel war das Ganze eine Grab-Stele,
(vgl. Stephani, Der ausruhende Herakles S. 76, 1).
Wegen des Fundes vgl. Pittakis, 'Etp. ap^. 1 837 S. 59: Et$ ^xxXzji'av ioö ay.
XapaXapwou ccn^owca: T^aaapa avayX'jm:a,--T35Ta avExakucp97)03V xa*ä von;
1814 E'tguva; avacxatpa; ta$ onota; sva$ z)Yo6pEVo;noo$ avEÜpectv TEEipMV §t'o'-
xo3op&; ^xapsv.
Kurz erwaehnt bei: Ulrichs Ann. d. Inst. 1848 S. 22; Vischer, Erinnerungen S.
334; Kaibel, Hermes VHI S. 419. Vgl. Taf. XVU'.

Jüngling zu Pferde im Galopp nach r., bekleidet mit
Aermelchiton und auf der r. Schulter genestelter Chlamys,
welche den ganzen Oberkörper ausser dem r. Arme verhüllt.
Mit der Linken führt er den ursprünglich aus ßronce gearbei-
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