Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 320
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1878/0346
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
320 DIE ANTIKEN SCULPTUREN AUS BOEOTIEN
teten Zügel zu dessen Einfügung drei kleine Löcher im Hals
des Pferdes dienten; ein grösseres am Maul des Pferdes war
zur Anfügung des Gebisses bestimmt. Die rechte, ebenfalls am
Leib nahe der linken anliegende Hand hält eine dünne Gerte.
Kopf und Oberkörper sind ein wenig nach vorn geneigt. Die
aufrecht stehende kurze Mähne des Pferdes ist plastisch nicht
ausgearheitet. Es fehlt der obere Theil des Kopfes, verstossen
sind Kinn, Nase, r. Hand und r. Unterschenkel des Reiters
und die Nüstern des Pferdes. Weggebrochen oder durch die
Vermauerung verdeckt sind ferner der Schweif des Pferdes,
dessen Hinterbeine und r. Vorderbein (über der Fessel) so-
wie der Fuss des Reiters.
Vorzügliche Arbeit noch aus dem fünften Jahrhundert, der
Faltenwurf ist einfach und bewahrt einen Rest von archaischer
Strenge, sehr edel gebildet ist auch das Pferd.

11. Erimokas tro M. 4. H. 0,63, Br. 0,36, D. 0,20. Relieferhebung 0,05. Eck-
stein. An alten Seiten unvollstaendig, nur t. oben ein Stück des Randes erhatten.
Oben ein vorspringendes Gesims, über demselben scheint ein Giebel gewesen zu
sein.
Oberkörper eines Mannes, der Kopf ^ e. /*. nach r.
Er ist bekleidet mit einer auf der r. Schulter genestelten Ch la-
mys, welche ein wenig nach hinten weht. Der r. Arm war
gebogen, der Unterarm an den Leib gelegt: ein Stück desselben
ist noch erhalten. Die Haltung des Mannes und die Bewegung
der Chlamys weisen darauf hin dass derselbe zu Pferde war.
Anscheinend gute Arbeit.

1%. Erimokastro. Aussen in der Südwand der Kirche des Hag. Charalam-
pos eingemauert. H 1,39, B. 0,63. Retieferhebung 0,07. Katkstein.
Unten unvottstaendig. Vertieftes Retieffetd, oben Giebel. Leidliche Abbildung bei
S tacke 1 b e r g, Griib d. Hell Taf. H, 2 mit dem jetzt fehlenden unteren Theil.

Nackter Jüngling mit 1. Standbein, der Körper ^ e. f.
nach r. Er blickt mit etwas gesenktem Kopf herab auf einen
r. neben ihm sitzenden Hund, der den Kopf zu seinem Herrn
emporhebt. Die 1. Hand hielt dem Hunde etwas hin; jetzt ist
loading ...