Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 324
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DIE ANTIKEN SCULPTUREN AUS ROEOTIEN

Das Erhaltne besteht aus drei Stücken; der eine Bruch geht
durch den Hals der Frau von welchem vorn ein Stück ausge-
brochen ist., der zweite mitten durch den Körper derselben, den
Oberkörper und Bücken des Knaben. Verstossen sind Nase,
Augenbrauen, Mund und Kinn der Frau, sowie die Finger
der linken Hand; es fehlt die Fusspitze.
Vorzügliche, durch die seltne Anmuth des Motivs wie die
bis ins Detail gehende Feinheit der Ausführung gleich ausge-
zeichnete Arbeit (4. Jahrhundert).

mauert. H. 0,40, B. 0,40. Bfäuficher Marmor.
Vertieftes RelietTeid. Sehr verstossen; an yiefen Stehen ist die Oberfläche des Re-
liefs ganz ^eggeschlagen.
Beschr. von Conze und Michaelis, Rapporto etc. Ann. delPInst. 1801 8. 79.

Familienscene mit sechs Figuren. Links sitzt nach r.
auf einem Stuhl mit Polster, dessen Fuss als Löwenfuss ge-
bildet ist und welcher auf einem niedrigen viereckigen Podium
steht, ein Mann. Er ist unterwärts mit einem Mantel beklei-
det welcher auch die linke Schulter und Arm bedeckt. Das
rechte Bein ist angezogen. Der Kopf ist nur im Contur erhal-
ten, er war bartlos; in dem kurzen krausen Haar die Spuren
einer Binde. Die linke Hand (weggebrochen*) ruhte im Schooss,
der rechte Arm ist ausgestreckt nach der gegenübersitzenden
Frau hin. Diese sitzt auf einem ähnlichen Stuhl mit gedrech-
selten Füssen. Sie ist bekleidet mit hochgegürtetem Chiton und
Obergewand, welches vielleicht über den Hinterkopf gezogen
war.Von dem gegen den Mann hin ausgestreckten rechten Arm
ist nur die Hand erhalten. Sie berührt die Rechte des Man-
nes mit den Fingerspitzen. Die linke Hand ruhte an der Hüfte;
Schulter und Arm sind bis auf ein kleines Stück weggebro-
chen. Auch das Gesicht ist nur im Contur erhalten. Die Füsse
ruhen auf einem Schemel. Zwischen den beiden Hauptßguren

* Nach Conze und Michaelis hielt sic ein «oggetto indehnibitc.'
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