Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 327
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DIE ANTIKEN SCULPTUREN AUS BOEOTIEN

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Sterbescene von vier Figuren. Im Mittelpunct der
Darstellung ein Mädchen mit aufgelöstem, lockigem Haar
(Plangon), welches sterbend auf eine Kline zurück sinkt.
Sie ist in ^ /hce dargestellt, bekleidet mit dünnem durch-
sichtigem Chiton und einem Mantel um den Unterkörper. Der
linke Fuss ruht noch auf dem Schemel am Ende der Kline (1.),
der r. schwebt in der Luft. Mit dem 1. Arm stützt sich die
Sterbende auf den Rand der Kline. Zwei Frauen leisten ihr
Hülfe; eine Dienerin in langem Chiton mit Ueberfall und
Haube (r.) hat den r. Arm um ihren Hals gelegt und unter-
stützt mit der L. den 1. Arm der Sterbenden am Elinbogen.
Von 1. ist eine Verwandte (die Mutter?) herbeigeeilt, und
unterstützt auf dem Schemel am Fussende der Kline stehend
den kraftlos herabsinkenden r. Arm der Sterbenden am Hand-
gelenk, während sie mit einer Geberde des tiefsten Schmerzes
die Linke gegen dieselbe ausstreckt. Sie trägt einen langen
Chiton und Mantel, welcher bei der heftigen Bewegung des
Heranschreitens von den Schultern herabgeglitten ist und des-
sen Zipfel über die Arme geschlagen sind. Der 1. Fuss ist vor-
angesetzt. Hinter ihr (1.) steht mit 1. Standbein ein bärtiger
Mann (Toimides) im Mantel. Seine Haltung drückt tiefe
Trauer aus. Der Kopf ist gesenkt und in die 1. Hand gestützt,
die R. liegt quer vor dem Körper.
Die Füsse scheinen nicht mit Schuhen bekleidet obwohl die
Zehen nicht angegeben.
Die Köpfe der 3 Frauen sind verstossen.
Schöne Motive; die Ausführung nicht fein und nicht frei von
Fehlern: so ist die r. Hand der Dienerin und die der Sterben-
den unförmig gross, ebenso der 1. Fuss des Tolmides. Der In-
schrift nach aus dem vierten Jahrhundert.
Theben M. 1, früher in der 3y)jj.ottxI) cyoXyj. L. und unten unvollständig.
H. 1,03, B. 0,33, D. 0,10. Relieferhebung 0,10. Kalkstein.
Nackter Jüngling mit rechtem Standbein e. f. Der Kopf
ist auf die linke Seite (v. Besch.) geneigt, auch der Körper
neigt ein wenig ebendahin. Der r. Oberarm, von dem nur ein
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