Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE ANTIKEN SCULPTÜREN AUS BOEOTIEN

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US. Theben M. 143 aus den Ruinen der Kirche des Hag. Dimitrios westiieh
vom Dorfe Spaides. Die Bek:önuug oberhaib des Reliefhldes fehlt, (las Erhaitne
ist in drei Stücke gebrochen.H. 1,00, B. 0,30, D. 0,13. Reheferh. ca 0,02. IVeisser
Das Reiieffeid ist von einem Bogen überspannt, die Seitenraender ais Pfeiier gebii-
det. Unten breiter Rand, auf weichem keine Inschrift gestanden hat.

L. steht mit 1. Standbein eine der Tracht nach weibliche
Figur /hce. Sie ist bekleidet mit C/uYon mit bis
zum Elinbogen reichenden Aermeln und einem Mantel, wel-
cher die r. Seite des Oberkörpers frei lässt; sowie Schuhen (?).
Der linke mit Ausnahme der Hand vom Mantel bedeckte Arm
ruht gebogen am Leib, der r. fällt senkrecht herab. Der Kopf
ist absichtlich zerstört. R. dicht am Reliefrand ist in ganz fla-
chem Relief eine in Tracht und Haltung ähnliche kleine
Figur (Dienerin?) dargestellt, deren Kopf und Körper sehr
verscheuert sind.
Rohe Arbeit.

Tanagra M. 9- Es fehit die Spitze uud ein Stück von der r. Ecke des Gie-
bels. H. 1,43, B. 0,33, D. 0,12. Sehr fiaches Reiief in vertieftem Fetd. Grauer
Marmor '.
Robert n 9. Kumanudis und Stamatakis 'AQ^vatov 111 S. 177, Inschrift S. 174 n. 84.
Unter dem Giebei:
Eni
AlONYXtAXEkOY
N A ! n N O X
L. sitzt (n. r.) auf einem gepolsterten Stuhl ohne Lehne eine
mit Chiton und Mantel, dessen einer Zipfel über die 1. Schul-
ter und Arm herabfällt, bekleidete Frau. Die L. fasst den Rand

* Nicht Kalkstein wie Robert angiebt. Auch dessen Angabe, dass «reichliche
Spuren von Stucküberzug" vorhanden seien beruht auf einem Irrthum. Die. Epi-
dermis des Marmors ist durch die Einwirkung von Feuchtigkeit corrodirt und
ioest sich icicht ab. Eine Lage von Stuck koennte nicht so weich sein wie hier
die Oberfläche des Marmors und wurde in groesseren Stücken abgeblättert sein.
Die Inschrift ist nicht «eingeritzt" sondern ziemlich tief und sorgfältig cinge*
graben.
S. auch unten zu N. 72.
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