Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 340
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340 DIE ANTIKEN SCULPTUREN AUS ROEOTIEN
Erhalten ist nur Kopf und Hals einer Frau ca /ace mit ge-
scheiteltem und in 2 Zöpfen um den Kopf gelegtem Haar.
Ziemlich grobe Arbeit.

-450. Theben. Aussen in der Ostwand der im Neubau begriffnen Kirche der Pa-
nagia, in bedeutender Höhe eingemauert Kalkstein.
Unten unvollständig ^ das Erhaltne ist vielfach bestossen, der untere über den Ste-
lenschaft vorspringende Rand des Giebels, auf welchem vermuthlich die Inschrift
stand, ist weggebrochen. Ziemlich hohes Relief.

Erhalten ist nur der Oberkörper eines mit Chiton und Man-
tel bekleideten Mädchens ca /ace. Der r. Arm war gesenkt,,
die 1. Hand drückt einen Vogel mit langem gebognem Hals
(Schwan?) an die Brust. Die Haare sind in zwei nach unten
einen Bogen bildende Flechten angeordnet.
Skripü (Orchomenos). Auf der Galerie am Südflügel des Klostergebaü-
des. H. 1,43, B. 0,SS, D. 0,22. Reliefcrh. 0,10, im oberen Theil 0,09- Grauer
boeotischer Marmor.Vertieftes Relicffeld. Durch den Hals der Figur geht ein Bruch,
ein Stück desl. Randes ist weggebrochen. Oben Giebel mit Akroterien^ die Spitze
fehlg im Giebelfeld ein runder Schild. Unter dem Giebel:
ANAXI<kOPONXA!PE
Mädchen mit 1. Standbein ca /ace, bekleidet mit kurzacr-
meligem Chiton mit Ueberfail und Sandalen. Die herabhän-
gende R. fasst den Rand des Gewandes,, die 1. Hand ist zur
Brust erhoben und hält einen kleinen Vogel (Taube?).
Oberhalb der Schultern ist der Reliefgrund in roher Weise
nachträglich vertieft und das Feld in der Mitte nach oben bo-
genförmig erweitert worden, so dass Kopf und Hals nicht in
derselben Ebne mit dem übrigen Körper sondern tieferliegen.
Die Arbeit des Kopfes ist ausserordentlich roh, Augen, Nase
und Mund sind nur im Allgemeinen angedeutet. Der Körper
ist wennauch nicht fein so doch viel sorgfältiger und nicht
ohne Geschick gearbeitet. Offenbar ist der ursprünglich vor-
handne Kopf aus irgend einem Grunde später durch einen an-
dern ersetzt worden.
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