Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 357
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DIE ANTIKEN SCULPTUREN AUS BOEOTIEN

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Eül^lAOYMENH
Die Buchstaben bis auf die auf einem besondern Stück stehenden beiden letzten
sind wegen der Corrosion des Marmors schwer iesbar. Ueber dem Manne links hat
nie eine Inschrift gestanden.
Vieiieicht ist dieses Reiief gemeint bei Bursian, Ber. d. sächs. Ges. 1839 S. 112
f. Die dort gegebne Inschrift T O ! M. ! <& O 1 M giebt keinen Sinn.

Dargestellt sind ein Mann (lks.) und eine Frau, beide ste-
hend <?/& /hce der Mann mit 1. die Frau mit r. Standbein. Jener
ist bartlos, bat markirte Züge und kurzes, krauses Haar. Das
Haar der Frau ist gescheitelt, gewellt und in zwei Zöpfe ge-
flochten, die um den Kopf gewunden und über dem Scheitel
mit Bändern befestigt sind, ln Tracht und Haltung entspre-
chen beide Figuren genau denen der vorigen Nummer. Der
Mann ist barfuss, die Frau trägt Schube.
Mit Recht hebt Robert das (gelungne) Streben nach Por-
trätähnlichkeit hervor.
8^!* Theben M. 96. In den Ruinen der Kirche des Hag. Georgios, bei dem
Thurm im Osten der Stadt gefunden. H. 0,40, B. 0,37, D. 0,03. (oben 0,033).
Reiieferh. 0,03. Weisser Marmor. Oben und unten unvollständig, r. und i. ist
der Rand des Reiieffeides erhalten.
Zur Linken steht mit 1. Standbein ein Mann fast ganz en
/hce, ein wenig nach r. gewandt. Er trägt einen kurzaermeli-
gen Chiton—derselbe ist ganz glatt,die Falten waren ursprüng-
lich vieiieicht durch Bemalung angegeben — und Mantel, wel-
cher die r. Seite des Oberkörpers frei lässt und dessen beide
Enden über den vorgestreckten 1. Unterarm herabfallen. Die
Rechte hängt herab. Die Kopfform ist aulfallend quadratisch;
das Gesicht, obwohl mehrfach verstossen, zeigt einen schmerz-
lichen Ausdruck. Haar und Bart sind kurz geschoren, an den
Augen die Sterne plastisch angegeben. Die Nase ist weggebro-
chen. Rechts steht ihm zugewandt in ^ Proßl eine Frau in
gegürtetem Chiton mit weiten Aermeln und einem Mantel,
welcher ganz ähnlich wie der des Mannes angeordnet ist. Den
r. Arm hat sie um den Nacken des letzteren geschlungen, die
1. Hand hält den Rand des Mantels gefasst. Vom Kopf ist nur
die r. (innere) Hälfte erhalten.
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