Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 399
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DIE ANTIKEN SCULPTUHEN AUS UOKOTIKN

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B. 0,73, B. 0,48, D. 0,13. Retieferhebang 0,03. H. des Hcraktes 0^48. Kalkstein.
Rechts unvohständig. Der Reliefgrund ist oben und tinks schräg nach innen (per-
spectivisch) vertieft. ÖbenGiebet; links ist der Ansatz eines Eckakroterions erha)-
' ten. Auf den Architrav war ein Maeander aufgemait. Unter demselben ein lesbi-
sches Kymation. Darunter, unmittelbar üher dem Reiieffeid steht die Inschrift:

EÖ<A^CiE[t$dv^9EXEV?]


Yg!. Decharme, Archives des miss, scient 2. serie tome IV S. 803 n. 8,
von WiHamowitz-MdMendorf, Hermes YIII (1874) S. 431, 1.
Taf. XX, a.
HR3G

Links steht (mit 1. Standbein) Herakles nackt und bär-
tig, mit kurzem Haar. Leber die t. Schulter bat er die Löwen-
haut geworfen, deren Kopf und Krallen vorn sichtbar sind.
Mit der in Brusthöhe befindlichen 1. Hand fasst er das Ende
der auf dem Boden ruhenden riesigen Keule. Die Beine ste-
hen en /bcc, Oberkörper und Kopf (hmpro/^Jsind nach rechts
gewandt einem ihm gegenüberstehenden Manne zu, dessen
Kopf und 1. Schulter fehlen. Beide halten mit der r. Hand ein
grosses Füllhorn, aus dessen Mündung drei grosse Blumen (?)
hervorsehen. Es ist nicht ganz klar, ob Herakles dasselbe in
Empfang nimmt, oder ob er es vielmehr seinem Gegenüber
reicht. Der Letztere ist bekleidet mit einem die r. Schulter
unbedeckt lassenden Himation. Seine 1. Hand liegt (in Bauch*
höhe) am Körper und hält den Schaft einer Lanze* deren
auffallend grosse Spitze dicht neben dem 1. Bein des Herakles
auf dem Boden ruht. Auf der Lanzenspitze sind wellenför-
mige Linien eingeritzt, auch der vollkommen erhaltne obere
Contur ist wellenförmig; Neben dem Mann (im Vorder-
gründe) sind Beine einer sitzenden, mit langem Chiton be-
kleideten weiblichen Figur (n. lks.) erhalten. Die mit Schu-
hen versehenen Füsse derselben ruhen auf einem Schemel,
dessen Füsse die Gestalt von Löwentatzen haben. An dem
rechten bemerkt man einen Ansatz von dem Fuss und weiter
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.(aMsiBfHBjg) aededT aov Jbiött sndH -!öb"
* Dies scheint mir die einzig moegtiche Bedeutung des Gegenstandes. Der
lange und dünne Schaft schtiesst den Gedanken an eine Packet aus, die Form
des unteren Endes den an ein Scepter oder Ruder wc-tche Bedeutungen von
WiHamowitz a. a. 0. als moegiieh oder gleich uawahrsohetnlich hidgfelit. ^ e
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