Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE ANTIKEN SCULPTUREN AUS BOEOTIEN 401
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Stierhörnern zu denken. Die thronende Frau ^ dürfen wir auf
Deianeira deuten und m dem neben ihr stehenden Mann
Genens voraussetzen. Alögltcherweise schloss mtt ihm die
Darstellung ab. Die dorischen Säulen im Hintergrund sollen
wohl den Palast des Oeneus, vielleicht auch den Tempel des
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Herakles in Theben bezeichnen.
Auffällig bleibt es bei der von mir vorgeschlageneu Deutung,
dass die mit Herakles eng verbundenen Personen auf die Seite
seines Gegners gestellt sind. Diese Anordnung erklaert sich
aber im Hinblick darauf, dass Herakles den kaum gewonnenen
Kampfpreis alsbald dem Oeneus überreichen wird.
Auch wollte der Künstler wohl die Gestalt des Helden in
besonders bedeutsamerWeise hervorheben in dem er ihn allein
einer ziemlich dicht gedrängten Gruppe von (wenigstens) drei
Figuren gegenüber stellte. Offenbar ist das Relief ein Votiv-
relief an Herakles, von einer öffentlichen Urkunde, wie von
Willamowitz vermuthet, kann es schon desshalb nicht her-
rühren weil die untere Fläche keine Spur eines Bruches auf-
weist, vielmehr glatt bearbeitet ist.
Die Inschrift über dem Relieffeld enthielt ohne Zweifel
den Namen des Weihenden (eine Künstlerinschrift, welche De-
eharme ebenfalls für möglich hält, würde schwerlich an so
hervorragender Stelle angebracht sein): wie Dechar-
me gewiss richtig ergänzt. Nach dem Ansatzwinkel des Gie?
bels zu schliessen fehlt etwas mehr als die Hälfte desselben, so
dass hinter dem Namen gerade noch Raum genug für ein
Wort, am wahrscheinlichsten txvsQvixsv, blieb.
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^ v. WiHamowitz Bemerkung a. a. 0.: Sie lässt sich ergänzen aus einem an-
dern Relief ebenda, wo diese Figur einzeln dargesteRt war u. s. w. kann sich
nur auf n. 26 dieser Beschreibung beziehem Die betreffende Figur hat aber mit
der vorliegenden nichts weiter gemein als die Bekleidung mit Chiton (worüber
noch ein Mantel geschlagen ist) und Schuhen, sowie dieLoew.jn!')':sseamFuss-
schemel. Zur tdentificirung beider Figuren reicht das nicht aus. Ein Schemel mit
Loewenfüssen findet sich z. B. auch auf dem Grabrelief n. i,?. Feber dig Bedeu-

tung des Tympanon (das, ist der runde Gegenstand auf den Knieea der Frau)
aufn. 26 s. unten. „stiongivbiiT g!g (-bhiabä) bnu. ff q
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