Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE ANTIKEN SCCLI'TUHKN AUS HÜHüTlEN

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so dass eines ein wenig über das andre vorgreift. Das vor-
derste legt sich mit fA^aS'^^nk'f€!m"''K!^)M*^'die Züge!, die
andern drei bäumen sich muthig; auf. Sie stürmen nicht im
gestreckten Lauf des Rennens dahin, sondern eher m einer
Art Paradegalopp. Dem entspricht auch die ruhige Haltung
des Lenkers, welcher, des Gespannes vollständig; Meister, sich
dem Genossen zuwendet, nicht wie beim Wettrennen mit weit
vorgebogenem Oberkörper die Pferde anfeuert.
Die Zügel waren, ebenso wie die Räder des Wagens, wie es
scheint, aus Bronce angefügt. Nur die Trensen sind plastisch
dargestellt (an 1 und 3 erhalten, während bei 2 und 4 der un-
tere Theil des Kopfes abgebrochen ist). Hervorzuheben ist noch
eine Eigenthümiichkeit in der Behandlung der Mähnen, wel-
che sich auch auf einigen attischen Monumenten des vierten
Jahrhunderts und auf einigen Platten des Parthenonfrieses fin-
det, nämlich, dass neben der eigentlichen Mähne noch ein zwei-
ter Streifen von ganz kurzen Haaren angegeben ist*.
Ueber dem Kopf des vordersten Pferdes endlich ist in ganz
flachem Relief ein Pfeiler dargestellt, wie sie zur Aufstellung
von Votivreliefs verwandt wurden. (Wie schon oben be-
merkt war auch das vorliegende Relief mittelst des unten her-
vorragenden Zapfens in einen solchen Pfeiler eingelassen) 2.
Die Darstellung ist von Welcher für die Aufnahme des
Amphiaraos in die Erde erklärt und diese Deutung so viel
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1 In der Siegelschen Zeichnung, welcheVVelckers Pubiication zu Grunde Hegt,
ist diese Eigenthümiichkeit nicht wiedergegeben.
2 Auf der Siegeischen Zeichnung ist der ausiadende obere Theii dieses Pfei-
lers nach iinks bis zum Reiiefrand verengert, wodurch das Ganze das Aus-
sehen einer haiben Thür erhält. Weicker erwähnt des Gegenstandes gar nicht.
Ueber den Gebrauch soicher Pfeiler jgl. Schoene Gr. Rei. S. 37. Es lassen
sich jetzt eine ganze Reihe dersetben nachweisen, 10 habe ich am Südabhang
der Akropoiis unter den aus den neuesten Ausgrabungen stammenden tnschrift-
steinen gezählt. Die meisten derselben haben die Form der von Schoene a. a. 0.
n. 67 abgebildeten und in der oberen Fläche ein längliches Einsatzloch. Doch
ist einer der vom Asklepieion stammenden rund ; ein andrer zeigt einen durch
die ganze Breite des oberen ausladenden Theits sich ziehenden Falz, der sich
in der Mitte zu einem breiteren Zapflock erweitert. Von Darstellungen sol-
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