Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 4
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DIE GRUPPE DER TYRANNENMOERDER

Dass die durch diese Statuen vertretene Kunstweise eine von
der des Kalbträgers und seiner Sippe wesentlich verschiedene
sei, das heisst, dass nicht die eine aus der anderen in orga-
nischer Entwickelung entstanden sein kann, hat Winter in
seinem Aufsatz über den Kalbträger (Mittheilungen XIII S.
113 ff.) ausführlich dargelegt. Seitdem hat sich das Material
stark vermehrt und nur noch deutlicher die Richtigkeit dieser
Scheidung bewiesen. Wenn er nun die eine dieser Kunstwei-

sen auf die Schule von Chios zurückführt, so ist das eine Hy-
pothese, deren Richtigkeit oder Unrichtigkeit die Wahrheit
der besprochenen Scheidung in keiner Weise berührt. Auch
für die vorliegende Frage ist sie belanglos. Ich bediene mich
also des Ausdruckes 1 Chiotische Kunst! nur unter diesem aus-
drücklichen Vorbehalt, läugne aber nicht, dass die wiederholt
von Sophulis gegen die Berechtigung dieser Bezeichnung vor-
gebrachten Gründe (zuletzt ’E^gepR ap^caoXoyijai III 1888 S.
104 ff. und S. 109 ff.) mich nicht überzeugt haben.
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