Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 23
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DIE GRUPPE DER TYRANNENMOERDER

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seine Auffindung ist berichtet ebendaselbst S. 103, vgl. auch
Journal of Hellenic studies X S. 268. Der Marmor ist un-
terer weisser Pentelisclier (Lepsius). Die Arbeit zeugt von
höchster Sorgfalt und Feinheit, ohne von einer gewissen Ge-
bundenheit ganz frei zu sein, wie man an Haar und Gewand
sieht. Mit besonders feinem Empfinden ist aber in allen nack-
ten Teilen die Oberfläche des Marmors behandelt. Von Farb-
spuren fand sich nur etwas Blau auf dem Reliefgrunde zwi-
schen dem Ende des Helmbusches und dem Nacken der
Athena und rechts von ihrem Kopfe 1.

Dargestellt ist Athena bekleidet mit dem attischen Peplos,
der hier zum zweiten Male in der Zeit vor Phidias auftritt
(vgl. Studniczka, Beitrages. 141), und mit dem Korinthi-
schen Helm, für dessen Vorkommen in Athen dieses eines
der ältesten Beispiele ist (vgl. Furtwängler in Roscher’s Le-
xikon I S. 700).

Die Göttin ruht auf dem rechten Bein, während das linke
leicht zurück gesetzt ist, und den Fuss nur mit der Spitze auf-
treten lässt; sie stützt sich mit der rechten Hand auf die Lanze,
wodurch der ganze Körper eine etwas schräge Lage bekommt;
die rechte Hand ruht auf der Hüfte. Der Kopf ist gesenkt. Ne-

Kinn — Augenhöhlenrand. 0,032

Unterrand der Nase — do. 0,017

Nase. 0,0135

Augenwinkel — Mundwinkel. 0,017

Nase — Ohrläppchen. 0,025

Ohrlänge. 0,0115

Halsbreile unter dem Kinn. 0,031

Halslänge im Nacken. 0,0215

Fusslänge. 0,0715

Höhe der Schultern über der Grundlinie. 0,385

Dasselbe in der Axe der Figur gemessen. 0,40

Schulter — Scheitel etwa. 0,93

1 [Unter dem plastischen Kyma läuft ein 6 mm breiter, jetzt gelblich er-
scheinender Streifen, der offenbar in einer vom Blau des Grundes verschie-
denen Farbe gemalt war. Auf dem Kyma erscheinen flüchtige Vorritzungen
für das Ornament; dasselbe glich etwa dem im Jahrbuch III S. 275, 14, ab-
gebildeten jedoch ohne die nach oben aufspriessenden Palmelten.]
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