Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 40
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ATTISCHE GRABLEKYTHOS

(Hierzu Tafel I)

Die Lekythos, welche auf Taf. i abgebildet ist, wurde zu-
sammen mit einem zweiten Gefässe ähnlicher Form und Te-
chnik (unten S. 51 Nr. 9), einem Glasväschen und zwei Spi-
ralen aus Silber mit Spuren von Vergoldung in einem Grabe
des alten Eretria gefunden und nebst den übrigen Gegenstän-
den in das Museum der archäologischen Gesellschaft in Athen
gebracht, wo sie die Nummer 3525 trägt1 * III. Sie misst 0,30 m
in der Höhe und 0,32m um die Schulter. Ein grosser Teil der
letzteren und der Rückseite des Bauches fehlt und ist ergänzt,
der Henkel angesetzt, Ornament und figürliche Darstellung
mehrfach verletzt. In der Form stimmt das Gefäss im Grossen
und Ganzen mit der Lekythos Brunn-Lau, Griech. Vasen Taf.
NXII1 2 überein. Der Mund ist mittelhoch und breit, tulpen-
förmig, der Hals kurz und von der flachen Schulter scharf
abgesetzt, der Bauch gedrungen und durch ein Mittelglied vom
Fusse getrennt, letzterer mit einer ziemlich breiten Basisplatte
versehen. Die dunkelrote Farbe des feinen Thones kommt
bloss an dem Umfange des Fusses und an der Lippe zum
Vorschein. Der obere Teil des Bauches und die Schulter sind
mit gelblichem Pfeifenthon, die übrigen Teile des Gefässes mit
glänzendschwarzem Firniss bedeckt. Das Schulterornament be-

1 Über die Ausgrabungen zu Eretria vgl. ’E®7](j.spü «px.. 1886 8. 31 ff.
Das eben erwähnte Glasgefäss (Nr. 276) ist 0,07m hoch und von der Form

einer zweihenkeligen Spitzamphora, der Körper ist rotgelb, Lippe und
Henkel lichtgelb. Die Spiralen (Nr. 63) sind 0,04m lang; zur Form vgl.
Journal of hell, stucl. 1884 Taf. XLVII 5 S. 69 ff.; Stephani 0. R. 1876 Taf.

III 32 S. 148.
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