Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 81
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ZUR GESCHICHTE VON THASOS

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den soll. Auch die Bedeutung, die dem Worte cuyypacpetv bei-
gelegt wird, im Sinne von Gonscription, ist wol nicht nachzu-
weisen. Schliesslich erscheint durch nichts angegeben, was für
einen Eid die betreffenden Personen zu leisten haben. Ich er-
gänze daher die betreffende Stelle: opxov ögouai 7txvt<xs <x[p-
y_ovTa<; touc, ty)v] 0X1yap^iTjv xaTotcrTviaavTa«; x[oivtH evavTtov Sjvigou,
ov av 7) ßouXT) <7uyypa^7)t. Damit würde freilich die Zeilenlänge
der GTotyyo^ov geschriebenen Inschrift um zwei Spatien erwei-
tert und es wäre zu versuchen, ob die anderen Zeilen eine
Herstellung unter dieser Bedingung gestatten. Es wäre also
von Z. 13 an etwa zu lesen :

g.Y)]ch dAcpurpa. pjSe 6px.o<;

pAs-ot£ XuuaTco] to (|r/)<picpx touto aXU oti av stti-
6r,t ti<; 7) £7rej;7)<pf](A)t tj op/.ov opvüV)tTtavTa obcpa-
tt) 65TW' TauTa §s] zxi ävaypatj/avT£<; st<; XiOov Gs-
copot GevTcov sv AyovuGOu, cbmypaipats tuv ypapp-
ätuv si<; Gavröa<; X]siOTctTac, ävaypa<j;avTS<; iXki-
pvi1 auToi >taTa.0]e<76<i)(v)' opicov c$£ xtX.

(Wie weit diese Herstellung von der Hicks’ abweicht, wolle
man dort nachsehen).

Es entsteht aber auch die weitere Frage, oh unsere Urkunde
die Einsetzung der Oligarchie betreffen kann, -wenn die Beam-
ten, welche die Oligarchie eingesetzt haben, verhalten werden
vor dem Volke einen vom Rat aufzusetzenden Eid zu leisten.
Freilich, wer Z. 9. ff. mit Hicks liest 8? V av öXiy[ap/y7]<; vuv

1 ’EXXiiaivi soll der Beschluss auf aavtös?, und nicht wie Hicks ergänzt auf
«JTTjXai, wozu das Epitheton Xeio-dxa? weniger stimmt, aufgeschrieben wer-
den. Entweder heisst DAipivt ‘ im Hafen’, d. h. an einem allgemein zugäng-
lichen Orte, wo namentlich auch die Ankommenden die Beschlüsse lesen
können oder, wie.in der larissäischen Inschrift (Athen. Mittb. VII S. 61 ff.
in Z. 42) ‘auf dem Markte’, wie dort mit Beziehung auf Hesych s. v. äyopä
und Xi[A7]v gewöhnlich angenommen wird. Aber dieser Sprachgebrauch ist
bloss für Thessalien und Paphos hezeugt, für Thessalien, wenn man von der
Inschrift absieht, sogar nur die Bezeichnuug äyopa für kipp. Vgl. übrigens
auch 0. I.A. II 65 Z. 19.

ATHEN. MITTHEILUNGEN XV.

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