Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 87
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POROSSKULPTUREN AUF DER AKROPOLIS

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Derselbe treppenförmige Einschnitt, welchen das Bruch-
stück der Echidna zeigt, kommt nun auch an einem Bruch-
stücke des Tritongiebels vor, und damit erhalten wir einen
neuen entscheidenden Beweis für die Zusammengehörigkeit
beider Giebel zu einem Gebäude. Freilich, dass dies Bruch-
stück. welches auf unserer Tafel II in der rechten Giebel-
hälfte an die schräge Grenzlinie anstösst, zum Tritongiebel
gehört, kann erst nach einer ausführlichen Besprechung der
Skulpturen dieses Giebels klar werden.

Wenn wir die ersten sind, welche auch diesen bedeutenden
Fund der Ausgrabungen der Burg veröffentlichen, so wollen
wir nicht versäumen, dem Generalephoros der Altertümer
Herrn Kavvadias für die freundlichst erteilte Erlaubniss dazu
unseren Dank auch öffentlich auszusprechen.

Die Zeichnung, welche der beifolgenden Lichtdrucktafel zu
Grunde liegt, rührt von E. Gillieron her. Ihm wird ausser
dem stilgetreuen Bilde zugleich diejenige Ordnung der zahl-
reichen Bruchstücke und diejenige Anschauung des ganzen
Giebels verdankt, welche, wie ich glaube, bei dem Erhaltungs-
zustand des Bildwerkes aus diesem allein überhaupt sich ge-
winnen lässt.

Den Kern des Giebels bildet das grosse Stück, welches den
Körper des Herakles und dahinter den Triton umfasst. Auch
dieser Teil ist aus einer Menge von kleinen und grossen Frag-
menten von Kaludis zusammengesetzt; für die richtige Aus-
führung dieser Arbeit glaube ich mich als Augenzeuge verbür-
gen zu können. Die Brüche des Kalksteins waren die zwei

O

Jahrtausende unter dem schützenden Erdreich so frisch geblie-
ben, dass sie sich an einander passen Hessen, als wären die
W erke erst gestern zertrümmert worden. Nur eins der Stücke,
welche im Museum mit der Gruppe verbunden sind, passt
nicht unmittelbar an, dasjenige,'welches den unteren Teil des
Tritonhalses mit den Schlüsselbeinen enthält: deren Verbin-
dung wird im Verlaufe des Folgenden zu begründen sein.
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