Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 95
DOI Heft: 10.11588/diglit.29171.4
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29171.9
DOI Seite: 10.11588/diglit.29171#0105
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1890/0105
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
POROSSKULPTUREN AUF DER AKROPOLIS

95

und, wie am Umriss von Gesäss und rechtem Oberschenkel,
in einfache scharf wie in der Zeichnung der schwarzfigurigen
Vasen auf einander stossende Linien gebracht; nur die gröbsten
Einzelheiten sind angedeutet. Von den Schlüsselbeinen geht
das linke in übertriebener Bewegung rechtwinkelig zur Linie
des rechten in die Höhe, um der Hebung der linken Schulter
zu entsprechen. Der untere Rand des Rippenkastens ist als
eine gleichmässig verlaufende flache Furche wie beim Triton
angegeben, ebenso die Mittelrinne des Bauches zu deren hei-
den Seiten aber die Bauchmuskeln ungeteilt bleiben. Der Leib
ist eingezogen, der Nabel als ein ovaler Knopf gebildet, von
welchem eingerissene Linien wagerecht abgehen wie bei dem
Reiter ’Eor,gspL ap^ouoXoyr/G) 1887 Tafel 2. Die Schamhaare
bezeichnet nur ein eingerissenes sphärisches Dreieck. Neben
dem sonstigen Mangel an Einzelheiten fällt die Angabe der
Naht zwischen den Hoden auf. Die Bildung des rechten Bei-
nes— das linke ist stark zerstört — entspricht der Bildungs-
stufe der schwarzfigurigen Vasen aus der Zeit des Exekias b
Das Knie ist spitz, das Schienbein scharf und gerade, die
Muskeln an der Aussenseite des Unterschenkels geben drei
dem Schienbein parallele Wellen an. Der Umriss der Wade
bleibt noch recht flau. Um die Knöchel herum ist das Bein
übermässig dünn. Die Ferse ist einwärts angezogen. Der Rü-
cken ist geteilt und die Stelle der Schulterblätter wenigstens
angedeutet.

Dem beschriebenen Kern der Gruppe ist eine Reihe von
Bruchstücken hinzuzufügen, ohne dass eines derselben Bruch
auf Bruch anpasst. Sie bestehen alle aus der gleichen Sorte
von hartem muschelfreiem weisslichem Poros, stimmen überein
in dem Grade altertümlicher Formgebung, wie er eben an den
einzelnen Formen des Herakleskörpers hervorgehoben worden

Dicke der Wade.0,185

Umfang des Oberschenkels.0,78

Umfang der Wade.0,54

1 Vgl. Wiener Vorlegeblätter 1888 Taf. 5 — 7.
loading ...