Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 105
DOI Heft: 10.11588/diglit.29171.4
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29171.9
DOI Seite: 10.11588/diglit.29171#0115
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1890/0115
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
POROSSKULPTUREN AUF DER AKROPOLIS

105

dangen des Schuppenleibes ergab die Neigung des Giebels und
damit seine Länge: dieser Ansatz ist durch die Beobachtung
der Giebelschräge, welche am Echidnaleibe angearbeitet ist,
gesichert worden. Danach beträgt die Länge des Giebels 8,50
Meter. Für die Zusammengehörigkeit der beiden Giebel sollen
weiter unten noch Belege erbracht werden. Setzen wir also
die Tritongruppe in die gegebenen Masse des Giebelfeldes so
eng als es angeht hinein, so greift die Gestalt des Dämon mit
der linken Seite der Brust um 0,4 0 m über die Mitte über.
Somit bleibt noch ein Raum von höchstens 3,85 Metern aus-
zufüllen.

Das zusammenhängende Stück eines Schlangenleibes, wel-
ches in der rechten Ecke unseres Giebels gezeichnet ist, liess
sich aus einer Anzahl von Brocken, Bruch auf Bruch, bis zu
einer Länge von 1,15 zusammenfügen (a). Es besteht aus zwei
Blöcken; die senkrechte Fuge liegt in der Senkung vor der
kräftigen Erhebung des Leibes. Passt man die Blöcke richtig
an. so greifen dank der sauberen Arbeit die Linien der Schup-
pen genau vom einen zum andern Block über, ln der Nähe
seines dickeren Endes ist der rechte Block mittelst Bleiver-
gusses auf der Basis in der Weise befestigt gewesen, dass man
von oben senkrecht durch den Leib einen Gusskanal gebohrt
hat. in dem und an dessen unterem Ausgang noch heute das
Blei erhalten ist. Unmittelbar hinter der Fuge fangen an der
unteren Seite des anschwellenden Leibes die grossen Bauch-
schilder an. Die Bemalung ist zumeist noch vortrefflich zu seh-
en. Die Felder der Schuppen sind blau, die trennenden Stege
waren, wie das bald nach der Auffindung von Gillieron ange-
fertigte Aquarell eines Bruchstückes beweist, hellgrün, eine
Farbe welche jetzt liier und anderwärts bereits bis auf sehr
geringe Spuren verschwunden ist. Die Bauchschilder blieben
ohne Farbe, also erschienen sie weiss und hoben sich von dem
schwarzen Grund innerhalb des breiten Streifens, welchen sie
einnehmen, scharf ab. Wie am Ende von Triton und Echidna
ist die Rückseite des Leibes zwar frei und rundum ausgear-
beitet, aber vernachlässigt,. Nur an der Vorderseite sind die
loading ...