Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 108
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POROSSKULPTUREN AUF DER AKROPOLIS

ist er schon auf 7 cm gestiegen. Also ist b zwischen a und c
einzuordnen.

Der Leib aber, zu welchem b gehört und der im Hintergrund
sich wand, hatte einen zu geringen Durchmesser, als dass er
allein die Tiefe des Giebelfeldes ausgefüllt hätte. Vielmehr ist
schon aus a und b zu schliessen, dass gerade wie an der Echid-
na da, wo zuerst der anschwellende Körper mit seiner hohen
Windung das Geison berührte, eine zweite Windung vor jener
lag. Aber wie das Zurücktreten des linken Endes von ci be-
weist, hat der Meister in diesem Giebel umgekehrt wie bei der
Echidna componirt. Denn dort liegt die erste Windung, zu
welcher der langgestreckte Leib sich aufrollt, im Vorder-
gründe, hier tritt der Leib zunächst in den Hintergrund zurück,
musste, um die Tiefe des Giebels auszufüllen, danach ver-
schwinden, unten wieder zum Vorschein kommen und dann
eine abermalige, die vorige teilweise verdeckende Windung
aufwärts machen.

Von dieser zweiten Windung ist das schon erwähnte Bruch-
stück c ein Teil. Denn an ihm ist der Ansatz eines dahinter
liegenden parallelen Schlangenleibes erhalten, an seinem un-
teren Teile erkennt man, wie hier zu erwarten, das Hervor-
kommen des Leibes von hinten her; seine Schuppen sind ent-
sprechend wie an ci und b mit der Rundung nach rechts hin
gerichtet und werden in entgegengesetzter Richtung immer
grösser. Es fügt sich also in jeder Beziehung in diejenige Com-
position, welche gemäss a und b und den Massen des Giebels
natürlich und notwendig ist. Wo der Überbleibsel so wenige
sind, aus denen wir uns das alte Bild wieder zusammensetzen
müssen, ist eine ungesuchte Bestätigung doppelt wünschens-
wert. Sie wird durch eine Verwitterungsfläche geliefert, wel-
che so, wie wir c angeordnet haben, nach oben kommt, eine
Stellung. wie sie für die Verwitterung von der Natur gefordert
wird. Der Schluss hieraus ist freilich nur dann zwingend,
wenn sich nachweisen lässt, dass die Verwitterung entstan-
den ist, so lange die GiebeL noch an ihrer Stelle waren und
nicht etwa während der Zeit nach der Zerstörung, wo sie als
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