Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 126
DOI Heft: 10.11588/diglit.29171.4
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ZUR STATUE DES ANTENOR

Als Studniczka (Jahrbuch II S. 135 ff.) eine der hei den
Ausgrabungen auf der Akropolis gefundenen archaischen weib-
lichen Statuen als zu der ebendaher stammenden Basis mit
der Künstlerinschrift des Antenor zugehörig bezeichnete, glaub-
te man damit einen sicheren Ausgangspunkt für die Ge-
schichte der attischen Plastik in der Zeit vor den Perserkriegen
gefunden zu haben. Zwar erhob sich bald nachher (Builder
1888 S. 261) von Seiten eines ungenannten Berichterstatters
Widerspruch; allein als Wolters durch den Fund eines neuen
Fragmentes das Fusstück. von dem Studniczka ausgegangen
war, mit der Statue unmittelbar vereinigt hatte, schien die Frage
damit endgültig erledigt. (Vgl. Athen. Mittheilungen 1888
S. 226).

Kürzlich hat nun E. Gardner (Journal of hell, studies X
S. 278 ff.) von neuem und mit sehr beachtenswerten Argu-
menten sich gegen die Zusammengehörigkeit von Basis und
Statue ausgesprochen: die Wichtigkeit des Gegenstandes war
Anlass zu einer neuerlichen, gemeinsamen Untersuchung, de-
ren Resultat ich im Folgenden kurz darlegen will1.

i Da die Zeichnungen in Studniczka’s Aufsatz,weil blos schematisch, nicht
ausreichen, habe ich selbst vor dem Original mit Benutzung eines Gipsab-
gusses der Plinthe und der Oberseite der Basisplatte den Aufriss und Quer-
schnitt Fig. I und 2 im Maasstabe 1: 10 angefertigt: doch sind die Angaben
über die Einzapfung des Schaftes in die Basisplatte von Studniczka über-
nommen, da am Original eine Untersuchung unmöglich ist, und der Gipsab-
guss nur die Oberseite wiedergibt. Dabei ist in Fig. 1. Bruch mit unter-
brochener Schraffirung, die nicht von Teilen der Figur bedeckte glatte Ober-
fläche der Plinthe punklirt angegeben; mit punktirten Linien sind die Um-
risse der Fiisse, das Loch in der Plinthe (b) und die beiden Löcher in der
Basisplatte angedeutet. In Fig. 2. sind durchschnittene Teile einfach, der
vorauszusetzende Bleiverguss doppelt scbraffirt,
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