Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 138
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IASOS

sich hierher geworfen, und nur durch Ueberfall ward die Stadt
genommen.

Unter diesen Verhältnissen müssen also die noch erhaltenen
Reste der alten Stadt besonders wertvoll sein ; sie sind auch
oft besucht und besprochen worden:

Spon, Voyage d’Italie de Dalmatie de Grece et du Le-
vant 1678 1 360 f. ; Wheeler, A journey into Greece Lon-
non 1682 III 273; Chandler, Travels in Asia minor Oxford
1775 481 ff.; Choiseul-Gouffier Voyage pittoresque de la
Grece I 163 f. Taf. 102. 103; Texier, Description de l’Asie
mineure fol. 1849 III S. 135 ff. Taf. 142-149. 8° 1862 S.
632 ff. Ross, Kleinasien und Deutschland Halle 1850 S. 120
ff.; LeBas- Reinach, Voyage archeologique S. 48 f. Itinercäre
Taf. 66. Seit Texier hat man sich wenig mit Iasos beschäftigt,
nur Inschriften sind hie und da zu Tao-e gekommen1.

Dann wurde Anfang des Jahres 1887 plötzlich wieder das
Interesse auf die Ruinen von Iasos gelenkt durch die Gerüchte
von fabelhaften Funden an Inschriften und Skulpturen, die
ein türkischer Kapitän bei dem Abbruch eines Teiles der Stadt-
mauer dort gemacht haben sollte. Die Funde rechtfertio-ten in

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keiner Weise die übertriebenen Nachrichten.2, doch regten sie
zu neuen Besuchen an.

•< Bull, de corr. hell. V 1881 491-506. VIII 1884 218 ff. 454 ff. XIII 1889
23 ff., oben XIV S. 107 f. C. I. L. III. Sappl S. 1291, 7153 f.

2 Alle Fundslücke sind mit den Quadern der Mauer nach Konstanlinopel
überführt worden, wo sie Ende des Jahres 1887 noch im Ilof vor dem Tchi-
nili Kiosk lagen. Es sind fast ausnahmslos Inschriften und zwar Inschrif-
ten, die soweit ich damals festslellen konnte, keinen hervorragenden Wert
besitzen und aufwärts bis in die hellenistische Zeit, abwärts bis in die Kai-
serzeit reichen. Die bis jetzt aus der grossen Masse veröffentlichten Stücke
[Bull, de corr. hell. XI 1887 213 ff. Journal of Hellenic slud. IX 1888 338 ff.
Classical Review 1889 333) können nur diese Auffassung bestätigen. Die von
Hamdi-Bey beabsichtigte Gesammtausgabe ist meines Wissens noch nicht
-erschienen.

An Skulpturen sollen nur einige Statuen römischer Zeit gefunden wor-
den sein, wie an Ort und Stelle versichert wurde.

Das abgebrochene Stück der östlichen Mauer von ‘Neu-Iasos’, dem die
Funde entstammen, wird auf der Planskizze (Taf. 3) durch die Worte Beginn
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