Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 145
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schnitt 1,75-2 m massiv geschichteter Blöcke aus dem grauen
spröden Kalkstein, der die Küsten des iasischen Golfes bil-
det. Der Stein bricht schieferig und diese Eigenschaft hat man
bei dem Bau der Mauer geschickt benutzt, um eine gewisse
Fusunff herzustellen: man brauchte die Blöcke nur an den

O D

Kurzseiten und der Vorderseite etwas abzuarbeiten, an den
Bruchflächen nachzuhelfen und füllte die Lücken, welche durch
die verschiedene Höhe der einzelnen Blöcke enstanden, mit
kleinen Steinen aus (Fig. 3). Diese Bauweise steht nicht

Fie. 3.

vereinzelt da, wir linden sie bei den Mauern des Eryx, dem
Theater von Segesta und mit einem Randvorstoss an den Ecken
weitergebildet bei einem Wartturm in Thorikos (Fig. 4),
der wahrscheinlich aus dem Jahre 409 stammt (Xen. Hell. I
2,1): man baute eben so, wo das Material dazu anleitete, und
zwar in verschiedenen Zeiten, so lange man den Mörtel noch
nicht an wendete, wesentlich gleich, nur mehr oder weniger
vollendet (vgl. die Mauerproben).

Vollständig abweichend aber von allem, was war sonst an
Festungsmauern kennen, ist die Art der Befestigung. Dieselbe
ist ebensowenig wie die Mauer selbst roh, im Gegenteil sie
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