Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 146
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IASOS

zeigt eine hohe Vollendung, nur der Grundgedanke ist ein an-
derer, als wir ihn sonst finden, wie schon Texier (zu Taf.
147-149) h der sonst gar nichts mit der Mauer anzufangen
weiss, richtig bemerkt. Mit der im Allgemeinen bei der an-
tiken Befestigung befolgten Gewohnheit, den Verteidigungs-
kampf wesentlich hinter, bzw. auf die Mauer zu verlegen und
die Anzahl der Thore und der Ausfallspforten möglichst zu
beschränken, ist hier gebrochen, der Kampf ist mindestens zu
gleichen Teilen auf und vor, bzw. in die Mauer verlegt wor-

Fig. 4.

den. Auch diese Stadt besitzt, soweit wir nach den erhaltenen
Resten urteilen können, nur ein grosses Thor auf der Ostseite
(vgl. Taf. 3), aber ausserdem ist das erhaltene Mauerstück
von 3500 m durch 68 Ausfallspforten und 117 Fenster unter-
brochen, d. h. also auf rund 50 m kommt eine Pforte.

Diese Durchbrechungen der Mauer verteilen sich auf die 18
Türme, die durchgängig zwei sich gegenüberliegende Thüren
unmittelbar an der Mauer und fünf Fenster besitzen, und 32
rechtwinkelig aus der Mauer herausspringende Vorwerke mit

1 In Texier’s Beschreibung der Mauer in der Octavausgabe S. 636 f. schei-
nen sich mehrfach Irrtiimer (Höhe der Mauer bis 10 m; massiver Bau der
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