Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 186
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METROLOGISCHE BEITRAEGE

auf das Stadion und 6 Fuss auf die Orgyia gerechnet haben.
In Athen scheint der Wechsel erst in frührömischer Zeit ein-
getreten zu sein, als der alte solonische Fuss als römischerpes
monetalis auch in Athen allgemein eingeführt wurde, denn
die Stoa des Eumenes ist noch nach dem alten äa-mäischen

O

Fusse erbaut. Zur Zeit der römischen Kaiser wurde jedenfalls
überall in Griechenland selbst nach dem Stadion von 600
Fussen zu je 0,296“, also nach einem Wegemass von 178m
gerechnet, ln einem Teile Kleinasiens galt dagegen das eben-
falls 600füssige philetärische Stadion von etwa 200 m Länge
und in Ägypten vielleicht das ptolemäische. welches 210m
lang war.

Das 600füssige Stadion von 178m konnten die Römer trotz
der Gleichheit des Längenfusses in ihr System der Wegemasse
nicht einfügen, weil 8 '/3 solcher Stadien die Meile von 5000
Fuss bildeten. Da sie aber doch das griechische Stadion we-
gen seiner grossen Verbreitung zur Unterabteilung ihrer Meile
machen wollten, erhöhten sie seinen Betrag um 25 Fuss und
erhielten so ein Stadion von 625 Fuss oder 185“, welches ge-
rade der 8. Teil der Meile war. Nach diesem Stadion rechnen
alle römischen Schriftsteller.

Zum Schlüsse gebe ich eine Zusammenstellung der wich-
tigsten Stadien mit Angabe ihrer Grösse und ihres Verhält-
nisses zur römischen Meile:

1. Das äginäisch-attische oder gemeingriechische Stadion.
500 Fuss von je 0,328“ = 164m; es findet sich bei allen
griechischen Schriftstellern von Ilerodot bis Eratosthenes; 9
solcher Stadien gehen auf die römische Meile, doch kommt
eine solche direkte Vergleichung in der erhaltenen Litteratur
nicht vor.

2. Das olympische Stadion, 600 Fuss von 0,320m = 192“,
ist in Olympia aufgefunden worden, eine Vergleichung dessel-
ben mit der römischen Meile kommt nicht vor; es wird von
Censorin erwähnt.

3. Das griechisch-römische Stadion, 600 Fuss vonje0,296ra
= 178“; 8 75 derselben bilden eine römische Meile. Eines
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