Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 191
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KRIEGERSTATUE AUS DELOS

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einen ihn von oben bedrohenden Feind, aller Wahrschein-
lichkeit nach einen Reiter, den wir uns also rechts von der
erhaltenen Figur aufgestellt denken müssen. Und nun hat Ho-
molle wirklich Bruchstücke eines Pferdes entdeckt, die er zu
dieser Gruppe zu rechnen geneigt ist. Dieser Reiter müsste der
von den Italikern Geehrte sein.

Als Reinach zuerst die Zusammengehörigkeit der Statue und
der Basis des Agasias behauptete (Bulletin 1884 S. 178), be-
rief er sich ausschliesslich auf den Umstand, dass die Plinthe
der Figur genau in die Eintiefung oben auf der Basis passe.
Andere Gründe werden sich schwerlich geltend machen lassen,
vor allem nicht der Fundort, da mit der Basis zusammen die
Reste einer überlebensgrossen, bekleideten, männlichen Figur
gefunden wurden (Bulletin 1884 S. 178), die Statue selbst
aber in einiger Entfernung davon. Nun trägt die Basis des
Agasias in der Tliat, wie die nachstehende Skizze zeigt, eine
rechteckig begrenzte Eintiefung (88mm tief), und die Plinthe

der Kriegerstatue, die ehemals rechteckig war, mass etwa 1 ,m45
zu 0,m68 bei einer Dicke, die zwischen 32 und 70mm schwankt.
Die Plinthe passt also sicherlich in die Eintiefung der Basis,
aber da diese Eintiefung nur an zwei Seiten ihren alten Rand
hat, wird jede Statue mit rechteckiger Plinthe hineinpassen,
wenn nicht zufällig die Dicke der Plinthe hindert; und diese
stimmt in unserem Fall nicht eben genau überein. Ausserdem
kann die erhaltene Kriegerfigur keinesfalls auf diesem eihal-
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