Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 251
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MELISCHE KULTSTATUEN

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hen, wie dies Imhoof und Gardner thun, als auch unser Re-
lief; diese Aufgabe ist aber ohne reicheres numismatisches
Material, als es mir hier zu Gebote steht, nicht zu lösen. Nur
darauf möchte ich hinweisen, dass die streifenartige Einteilung
des Unterkörpers, die auf dem melischen Relief und der spar-
tanischen Münze deutlich ist, die Ansicht Roner’s sehr em-
pfiehlt, dass dieser Teil der Statue mit Reliefstreifen verziert
gewesen sei. Man schwankt, ob die von Gitiadas verfertigten
Reliefs an der Figur der Göttin oder dem übrigen Tempel an-
gebracht waren; die Bildwerke würden für erstere Annahme
sprechen, aber es steht nichts im Wege, den Reliefschmuck
auf Statue und Tempel oder besser einen Teil des Tempels
auszudehnen. Pausanias’ unbestimmter Ausdruck (sTmpya.'TTou
tö yaVzö) verglichen mit der vorhergehenden Nachricht (tov
va.ov oaoici)«; y.ou to ocyoAga ’A0r,vac, yaVzouv) würde

sogar der Annahme, dass die Reliefs nicht auf die Statue be-
schränkt waren, günstig sein.

Athen, April 1890.

PAUL WOLTERS.

für die melische Kolonie nach geahmten altertümlichen Athenastatue, die
z. B. Gerhard (Arch. Zeitung III S. 31) für älter halten wollte als Gitiadas.

ATHEN. MITTHEILUNQEN X\, 18
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