Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 257
DOI Heft: 10.11588/diglit.29171.28
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29171.33
DOI Seite: 10.11588/diglit.29171#0267
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1890/0267
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
INSCHRIFTEN AUS KARIEN

257

dieser den Herakleoten am Latmos, die sich unter die Schutz*
herrschaft Roms begeben haben, Freiheit, Selbstverwaltung
und Schutz verheisst.

Z. 1. Über den Titel crTpanrp; ü-axo: für Consul bez. Pro-
consul vgl. Mommsen Epliem. epigr. 1 223 ff. Gehört wirk-
lich, wie dies sehr wahrscheinlich ist, die Urkunde in das Jahr
188 v. Chr., so wäre, was Mommsen (a. O. 225) nur ver-
mutet hat, erwiesen, dass nämlich cTpaTr,yö? u-a-roc ebensowol
Consul als Proconsul bezeichnen kann, so gut in Rom selbst
eine Zeit lang der Proconsul und Propraetor Consul und Prae-
tor genannt worden sind (Mommsen ebd.).

Z. 2. Die bisherigen Ergänzungen, welche an die unrichtige
Lesung Falkeners iZ im Beginn der Zeile anknüpfen, sind
formell nicht möglich, wenn auch inhaltlich richtig. Man
wird die Cn. Manlius für .die Ordnung der kleinasiatischen
Verhältnisse beigegebene Zehnercommission, welche LW. 196
ausdrücklich für eine Verfügung des Cn. Manlius mit genannt
ist, auch hier nicht entbehren können. Da das Ol, das schon
Mustoxydes’ Gewährsmann las, oder vielmehr POI sicher ist,
wird man wol, wie das oben geschehen ist, am natürlichsten
ergänzen 'Pcogaiav [t|«v Seza, -pecSscov -poeVpoc. Die Voranstel-
lung des 'Pcogaioiv findet durch das folgende 'Hpa-zXeümöv -y
gouV/i -/.TX. und -ap’ ugög Tzpia&ziQ ausreichende Erklärung. Für
die Bezeichnung 'Pwgaiwv tgjv Sezx. -plcSswv TüpoeSpo? ist mir
ein analoges Beispiel nicht bekannt, doch entspricht sie dem
thatsächliehen Verhältniss.

Z. 4. Das M am Anfang der Zeile vor dem durch Musto-
xydes’ Gewährsmann gelesenen APOZ erweist die bisherigen
Ergänzungen Mevavi&po? und als unrichtig. Viel-

leicht ist einzusetzen WvaEi];a(av]§po<;.

Z. 7. 8. Bisher unbefriedigend ergänzt, weil die Anfänge
beider Zeilen nicht richtig gelesen. Die neuen Lesungen lassen
über die Wiederherstellung keinen Zweifel. Am Ende von Z. 7
kann nicht, wie Mustoxydes’ Gewährsmann gelesen haben will,
AIAKEIMENOYZ auf dem Stein gestanden haben, wenn
anders man nicht einen Fehler des Steinmetzen annehmen will.
loading ...