Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 289
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INSCHRIFTEN AUS THESSALIEN

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HermogenesZ. 6 als Nauarch des Magnetenbundes und in dem
Psephisma Athen. Mitth. VII S. 339 Z. 7 als Mitglied der
cuvapyjoc genannte* 1 GsocIoto? Aioylvou erscheint, wie Fougeres
Bull, de corr. hell. XIII S. 279 bemerkt hat, als Hieromne-
mon der delphischen Amphiktionie in einem Amphiktionenbe-
schlusse C. I. A. II 551 Z. 63 aus dem Jahre des Archon
ApiGTioov Avacav^ptSa, als welches nach den Untersuchungen,
die H. Pomtow über Aristions Lebensverhältnisse angestellt
und mir auf meine Bitte freundlichst mitgeteilt hat, mit ziem-
licher Sicherheit das Jahr 130 oder 126 v. Chr. anzunehmen
ist2. Leider entbehren die bis jetzt vorliegenden Inschriften
einer Beziehung auf bekannte geschichtliche Ereignisse jener
Zeit. In den schweren Verwicklungen, welche damals den
Frieden der ohnehin zerütteten griechischen Kleinstaaten stör-
ten, wird man vermutlich auch den letzten Grund der Zwistig-
keiten zu suchen haben, welche, wie die neue Inschrift und
nicht sie zuerst lehrt, im Schosse das Magnetenbundes längere
Zeit hindurch bestanden haben3. Unerfreuliche Verhältnisse
dieser Art sind uns bereits durch die Inschriften kund gewor-
den, welche Milchhöfer in Jahre 1880 in Kleitor von einem
leider entsetzlich beschädigten Steine abgeschrieben hat ( Athen.
Mitth. VI S. 304) und die erst neuerdings durch die erfolg-
reichen Bemühungen U. v. Wilamowitz’ und Sonnes (De
arhitris externis S. 94 ff.) verständlich geworden sind. Auf
jenem Steine stehen, versehen mit je einem Begleitschreiben,
ein Beschluss des koivöv der Magneten und ein Beschluss der
Stadt Demetrias. Nach den freilich grossenteils nur dem Sinne,
nicht dem Wortlaute nach gesicherten Ergänzungen bildet den
Gegenstand der Beschlüsse die Belobung von Richtern, welche
den Magneten, beziehungsweise den Bürgern von Demetrias

ergänzen sei, ist nicht gesichert, einigermassen wahrscheinlich höchstens
die Ergänzung des Vatersnamens 'Icmjafou; vgl. Athen. Mitth. XII S. 342.

1 Denn hier ist nunmehr ohne Zweifel statt mit Lölling ©e[wv ©sjoys'vou
vielmehr ©e[o6o-o? Afjoyevou zu ergänzen.

2 Durch diese Datirung werden die früheren schwankenden Ansätze (Bull,
de corr. hell. VII S. 439. XIV S. 28) erledigt.

3 Vgl. Livius XXXV 31, 4 ff. 34, 5 tf.
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