Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 293
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INSCHRIFTEN AUS THESSALIEN

293

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Sc auT7j]v x,od tov cxEppavov /.cd dvaxsör,-
vxi £v dt av aüxo]? atp^[x<xt xotcciU.

Z. 8 ist ohne ersichtlichen Grund zwischen E und K eine
Stelle frei geblieben.

Die Ergänzung der verstümmelten Zeilen ist auf Grund des
Psephisma für den Bundesschreiber Hermogenes mit leichter
Mühe zu vollziehen. Derselben Urkunde ist auch der Name
des Geehrten entnommen. Da nämlich unter den Antragstel-
lern jenes Psephisma ein Aioyevri? NtxoX&ou aus Demetrias als
derzeitiger Bundesschatzmeister erscheint, in dem vorliegen-
den Beschlüsse aber der Sohn eines Nuto^ao? aus Demetrias
in gleicher Eigenschaft belobt und geehrt wird, zudem beide
Beschlüsse, wie die Übereinstimmung des Conceptes und die
Ähnlichkeit der Schrift beweisen, einander zeitlich jedenfalls
sehr nahe stehen, so ist die Annahme gestattet, dass das neue
Psephisma, wenn auch unter den Beamten jener Zeit ein ande-
rer Sohn eines Nt/ö^ao? bekannt ist1, doch eben jenem Atoyevri?
Ni/oXxou gelte, der unter dem Bundesstrategen Menandros als
Schatzmeister fungirte. Der weitere Schluss, dass das vorste-
hend mitgeteilte Psephisma, nach dem Ablauf von Diogenes
Amtsjahr zu Stande gekommen, etwa ein Jahr jünger sei als
das Psephisma für Hermogenes, ist aus dem Grunde nicht
zwingend, weil Diogenes sehr wohl mehrmals zum Schatz-
meisteramte berufen worden sein kann.

Ich kann nicht umhin bei dieser Gelegenheit den Schluss-
satz der Motive des Hermogenespsephisma einer kurzen Be-
sprechung zu unterziehen, da, wie sich hei erneuter Verglei-
chung der Inschrift herausgestellt hat, einige der bisher ver-

1 ÄTipjxpio; NtxoXaou Athen, Millh. VII 8, 339 Z. 4, 12.
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