Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 351
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DOI Artikel: 10.11588/diglit.29171.39
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MISCELLEN-

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nischen Schmuckes (u. a. ein sog. Inselstein) und einige auf
Scherben eingeritzte Inschriften sind gefunden. [p. w.]

Troj a. Nach meinem letzten kurzen Berichte über die Aus-
grabungen in Hissarlik-Troja (s. oben S. 226) sind die Ar-
beiten noch 1 7-2 Monate fortgesetzt und am 1. August ein-
gestellt worden. Im nächsten Frühjahre sollen sie wieder auf-
genommen und zu Ende geführt werden. Über die in diesem
Jahre erzielten Resultate werden Herr Dr. Schliemann und ich
binnen Kurzem einen vorläufigen Bericht und Plan veröffent-
lichen. Die genaue Beschreibung und Erklärung der aufge-
deckten Ruinen und der gemachten Funde kann erst im näch-
sten Jahre nach Vollendung der Grabungen gegeben werden.
Ich beschränke mich daher hier darauf, nur eine kurze Ergän-
zung meines früheren Berichtes zu geben.

Die wichtigste Arbeit der letzten Wochen war die vollstän-
dige Freilegung der südwestlichen Burgmauer der zweiten
■Stadt’ und die Entdeckung einer Ausfallspforte in derselben.
Diese Pforte liegt am Fusse der jetzt noch etwa 8 m hoch er-
haltenen Mauer und istc. 1,20 m breit und c. 2,40 m hoch. Sie
ist in dem einspringenden Winkel zwischen der Burgmauer
und dem als Thurm vorspringenden Westthore angeordnet,
hat also eine Lage, wie sie solche Pforten auch in späterer Zeit
zu haben pflegen.

ln dem letzten Berichte hatte ich gesagt, dass bei den Gra
bringen vor dem grossen S. W. Thore, aber noch innerhalb
der späteren Burg, sechs wohl zu unterscheidende übereinan-
der liegende Schichten gefunden seien. Nachträglich ist bei
weiterer Tiefgrabung noch eine siebente Schicht hinzugekom-
men und erst unterhalb dieser erreichten wir das Niveau der
zweiten ‘Stadt’. Jede einzelne dieser 7 Schichten enthält
Mauern, Fussböden und Funde der mannigfaltigsten Art. Bei
einigen der Häuser erkennt man deutlich, dass sie durch Feuer
untergegangen sind, während in anderen Schichten nur geringe
Brandspuren Vorkommen. Die Bauten fast aller Schichten
waren einfache Wohnhäuser von mehr oder minder regelmäs-
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