Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 364
DOI Heft: 10.11588/diglit.29171.41
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29171.42
DOI Seite: 10.11588/diglit.29171#0374
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1890/0374
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
364

DAS KABIRENHEILIGTUM BEI THEBEN

stehen, auch diese von bekannter Art, endlich Reste von Schau-
spielern.

Kaum als Karikatur im eigentlichen Sinn zu bezeichnen ist
die Figur eines stehenden Pan mit Tierfüssen und Bockskopf,
in der Hand Syrinx und Horn haltend; ein zweites, kleineres
Exemplar ist zu sehr zerstört. Zu vergleichen ist vor allem
die im Jahrbuch 1 S. 155 abgebildete Terrakotte aus Rhodos.
Eine sonst nicht seltene Karikatur, hockende bekleidete Ge-
stalt mit Tierkopf, ist nur einmal vertreten ; eine hockende
männliche Figur in kurzem Mantel mit grämlichem Gesicht
zweimal. Einige Male ist vertreten die gelagerte, silenhafte
Gestalt. Sechs Exemplare sind vorhanden von den in Tanagra
häufigen Silenfiguren, die bis auf den Kopf nur roh geknetet
sind, und ohne Basis auf den Beinen und dem langen Schweif
stehen.

Hier lassen sich einige Silenköpfe entwickelten Stiles anrei-
hen, von denen wenigstens einer von trefflicher Arbeit mir
dem Thone nach eher attisch als bootisch scheint.

Einzeln gearbeitete Masken sind nur wenige gefunden, eine
von sehr feiner Arbeit (bärtig) leider unvollständig erhalten.
Singulär ist ein etwa 110mm langes, ovales Thonrelief, das
oben durchbohrt ist, also zum Aufhängen bestimmt war. Es
zeigt in ausgezeichnet schöner Arbeit des vierten Jahrhunderts
den ganz menschlich gebildeten, gehörnten und bärtigen Pan
auf den Zehen sich erhebend und die Augen mit. der Hand
beschattend.

Schliesslich mögen genannt sein die Reste einiger gewöhn-
lichen Gliederpuppen und einige Früchte aus Thon (Feige,
Apfel).

PAUL WOLTERS.
loading ...